Antwerpener Polizei befürchtet große Krawalle

Die Antwerpener Polizei befürchtet aufgebrachte Demonstranten auf der Demonstation am 24. November in Antwerpen. "Die Angst ist groß, dass die Demo wie in Brüssel aus dem Ruder läuft", heißt es. Die Polizeigewerkschaft NSPV hat um Verstärkung und mehr Material für diesen Tag gebeten.

Letzte Woche war die Demonstration in Brüssel aus dem Ruder gelaufen: Polizisten standen den wütenden und randalierenden Demonstranten direkt gegenüber. Autos wurden angezündet und es wurde mehrmals Tränengas eingesetzt. 

Für den wütenden Mob werden vor allem die Antwerpener Hafenarbeiter verantwortlich gemacht.

Laut Michel Goyvaerts, dem Provinzvorsitzenden des Gewerkschaftsbundes NSPV, könnte es in der Heimatstadt der Hafenarbeiter Antwerpen auch zu Ausschreitungen kommen. "Es gibt Anzeichen dafür, dass es einige Demonstranten am 24. November erneut auf eine Konfrontation mit der Polizei abgesehen haben", so Goyvaerts. "Um eine Eskalation zu vermeiden, rufen wir dazu auf, der Sicherheit und genügend Einheiten und Material Vorrang einzuräumen."

Eric Quisthoudt von der liberalen Gewerkschaft der Dockarbeiter zufolge stimme es, dass sich in den vergangenen Monaten mehr Gewalt zeige: "Es fällt uns in der Tat auf, dass sich Extremisten und Anarchisten unter die Demonstranten mischen. Einige Hafenarbeiter haben sich am Donnerstag von ihnen leider mitreißen lassen", so Quisthoudt.

Politisch motivierte Krawalle?

Dem Antwerpener Bürgermeister Bart De Wever (kleines Foto) zufolge werde alles getan, damit die Demo am 24. November ruhig verlaufe. Er nimmt die Bedrohung ernst und ist der Meinung, dass die Hafenarbeiter von der sozialistischen Opposition aufgehetzt worden seien.

"Ich habe natürlich Angst vor Krawallen. Wenn Menschen Krawalle anzetteln wollen, dann werden sie das machen. Die sind sehr stark politisch motiviert. Das hat nichts mehr mit sozialer Protestaktion zu tun. Das sind politische Motive. Man wiegelt die Menschen auf, ganz besonders die Hafenarbeiter."

"Wie oft wird ihnen erzählt, dass wir das 'Major'-Gesetz abschaffen wollen (Gesetz zur Hafenarbeit, Red.!), aber das stimmt doch gar nicht. Das steht nicht in diesem Regierungsvertrag", so De Wever.

"Ich habe vollstes Verständnis für die Polizeigewerkschaften und werde mir Zeit nehmen, um mich mit ihnen zusammenzusetzen und um hoffentlich zu vermeiden, dass es zu Zwischenfällen wie in Brüssel kommt."