Ende der Hinrunde mit üblem Beigeschmack

Am Sonntagabend fanden die letzten drei Spiele der Hinrunde in der ersten belgischen Fußball-Liga statt. Beim Spiel Racing Genk gegen Standard Lüttich gab es beleidigende Sprechchöre in Richtung der Gästefans. Im Spiel Lokeren gegen Waasland flogen wieder Bengalos auf den Rasen (Foto). Erfreulich war der 15. Spieltag aber für den FC Brügge. Der Club eroberte mit dem 5:0-Sieg gegen Westerlo den zweiten Tabellenplatz.

Racing Genk verlor am Sonntagabend vor eigenem Publikum mit 0:2 durch Tore von Mpoku in der 13. Spielminute und von Mujangi Bia in der Nachspielzeit, genauer in der 97. Spielminute.

Dass diese Partie so lange dauerte, hatte seinen Grund und dieser Grund erweist sich als eher unschön. Die Fans der Gastgebermannschaft im Chrystal-Stadion in Genk hatten nichts besseres zu tun, als die Gäste aus Lüttich mit anti-wallonischen Schmährufen zu belegen.

Aus vielen hundert Kehlen schallte einmal mehr das übliche „Les Wallons sont du caca!“, was so viel heißt, wie „Die Wallonen sind Scheiße!“. Ein Aufruf des Stadionsprechers, damit aufzuhören, sorgte eher noch für lautere Schmährufe, woraufhin Schiedsrichter Delfierière damit drohte, die Partie abzubrechen. Das half, doch Genk hatte auch sportlich das Nachsehen.

Club Brügge gegen Westerlo

Club Brügge übernahm am letzten Spieltag der Hinrunde mit Glanz den zweiten Tabellenplatz hinter Herbstmeister RSC Anderlecht. Brügge gewann mit 5:0 und das sorgte für anhaltende Freudentänze von Club-Manager Vincent Mannaert, der der Partie nicht in der Ehrentribüne oder in der VIP-Lounge folgte, sondern bei den Fans hinterm Tor (Foto).

Westerlo hatte keine Chance gegen die aufgedrehten Brügger. Castillo eröffnete den Reigen mit seinem ersten Treffer bereits nach 6 Minuten. Er traf noch zweimal (60‘ und 90‘). Dann sorgte Timmy Simons nach alter Gewohnheit mit einem Strafstoß für ein weiteres Tor und auch Duarte gesellte sich mit dem 3:0 nach 52 Minuten zu den Torschützen.

Lokeren gegen Waasland-Beveren

Das Waaslandduell zwischen den beiden aus dem Antwerpener Umland kommenden Mannschaften Lokeren und Waasland-Beveren entschieden die Gastgeber für sich. Mit Treffern von Patosi, De Pauw und Dutra entschied Sporting Lokeren diese Partie für sich.

Waasland-Beveren hatte dem Gegner außer einer rasch abbrechenden starken Anfangsphase absolut gar nichts entgegenzusetzen. Mann des Spiels war eindeutig Ayanda Patosi, der neben einem Treffer auch die Vorlagen zu den beiden weiteren Treffern seiner Mannschaft gab. Dumm nur, das wieder Bengalos auf das Spielfeld geworfen wurde (Foto oben).

Der Stand der Dinge

Damit ist Anderlecht mit 30 Zählern Hinrunden-Meister, gefolgt von Club Brügge mit 2 Punkten Rückstand. Auf Platz 3 folgen Lokeren und AA Gent mit jeweils 26 Punkten. Standard Lüttich ist mit 24 Punkten Fünfter. Dahinter folgen punktgleich Kortrijk und Racing Genk mit 22 Zählern. Auf dem Relegationsplatz steht Zulte Waregem mit 13 Punkten. Die gleiche Punktzahl hat auch Cercle Brügge, doch aufgrund des schlechteren Torverhältnisses steht der kleinere der beiden Brügger Erstligisten auf dem ersten Abstiegsplatz. Die Rote Laterne hält neuerdings Lierse SK mit 12 Punkten in Händen.

Die Hinrunden-Tabelle ist aber noch nicht vollständig, denn es steht noch die Wertung der Partie Standard Lüttich gegen Zulte Waregem aus. Dieses Spiel, das eigentlich mit 1:2 zu Gunsten von Zulte ausgegangen wäre, wird jetzt am Grünen Tisch entschieden. Standard-Fans hatten aus Protest gegen den Trainer und den Vorstand ihrer eigenen Mannschaft für Krawalle gesorgt und nach Unterbrechungen wurde die Partie kurz vor dem Ende endgültig abgebrochen. Wahrscheinlich entscheidet der Fußballbund für einen 0:5-Sieg für Zulte. An der Tabelle an sich ändert sich nichts, nur am Torverhältnis der beiden Mannschaften.