Luperto legt Amt als Parlamentsvorsitzender nieder

Nachdem gegen Jean-Charles Luperto wegen des Verdachts auf sittenwidriges Verhalten im Beisein Minderjähriger ermittelt wird, ist der PS-Politiker von seinem Amt als Parlamentsvorsitzender der Föderation Wallonie-Bruxelles zurückgetreten. Auch als Bürgermeister von Sambreville lässt Luperto sich jetzt vertreten.

Gegen den 40-Jährigen sind seit Mai dieses Jahres 4 Anzeigen erstattet worden. Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Namur zufolge, beziehen sich die Anschuldigungen auf Vorfälle, die sich zwischen April und Oktober 2014 ereignet haben.

In einer Pressemitteilung von Luperto hieß es, er wolle seine Verteidigung in aller Ruhe vorbereiten und begreife, dass diese Anschuldigungen den Institutionen schaden würden. Deswegen habe er sich entschlossen, sein Amt als Vorsitzender des Parlaments abzugeben und einen Schöffen als stellvertretenden Bürgermeister von Sambreville anzuweisen.

Jean-Charles Luperto, der eine Blitzkarriere innerhalb der französischsprachigen Partei abgelegt hatte und als Schützling von Ex-Premierminister Di Rupo galt, weist alle Anschuldigungen sittlichen Fehlverhaltens im Beisein von Mehr- oder Minderjährigen  zurück.

 

Berichten in verschiedenen Medien zufolge soll Luperto sich Minderjährigen nackt in einer Toilette auf einer Autobahnraststätte gezeigt haben.

"Mehrere Medien stellen Behauptungen auf, andere werden es noch tun. Das geht auf ihre Kosten", reagierte Staatsanwalt Vincent Macq auf die undichten Stellen bei den Ermittlungsbehörden.

Ein zweiter Untersuchungsrichter wurde mittlerweile beauftragt, den Verstoß gegen die Vertraulichkeit der Ermittlungen aufzudecken.