Offene Briefe zwischen Polizei und Bürgermeister

Nach einem offenen Brief, den die Brüsseler Polizei nach den gewalttätigen Zusammenstößen mit Hafenarbeitern und Hooligans auf der nationalen Demo an ihren Chef, Bürgermeister Mayeur gerichtet hat, scheint auch Mayeur einlenken und sich in einem Brief bei den 120 verletzten Polizisten bedanken zu wollen.

Die Polizei und ihre Vertreter hatten schon kurz nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen nach Ablauf der  Vorwürfe gegen Mayeur (PS) erhoben, er habe sie in der Hitze des Gefechts allein gelassen und keine Verstärkung schicken wollen.

Nach Ablauf der nationalen Kundgebung, an der 120000 Menschen friedlich gegen die Sparpläne der rechtsliberalen Regierung teilnahmen, kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Hafenarbeitern, die von Randalierer infiltriert waren. Dabei wurden 120 Polizisten verletzt.

Die Brüsseler Polizei wirft Bürgermeister Mayeur darüber hinaus vor, er habe an der Kundgebung teilgenommen und sich nicht in der Kommandostelle der Polizei eingefunden.

In ihrem Brief fragen sie Respekt und Anerkennung für ihre Arbeit und ihren Einsatz: "Sie haben eine gute Polizei, monsieur Mayeur, die nur eins möchte: mit Ihnen zusammen Fortschritte machen. Lassen Sie Ihre Vorurteile fallen."

"Nie gut genug"

Auch Yvan Mayeur soll jetzt einen Brief an seine Truppen richten, in dem er allen bei der Protestkundgebung verletzten Polizisten ausdrücklich dankt.

Mayeur will  in einer weiteren Phase untersuchen, ob die Polizei seiner Zone über die notwendige Ausrüstung verfügt.

Die Polizeigewerkschaftsvertreter zeigen Verständnis für die Initiative der Brüsseler Polizei. Geert Cockx von der NSPV-Gewerkschaft sagte, Mayeur übe ständig Kritik am Polizeikorps, dessen Arbeit für ihn nie gut genug sei."

Cockx beklagte sich auch über das ständige Misstrauen des Gemeinde- und Polizeioberhaupts: "Stets aufs Neue muss jemand versetzt werden, weil er niemandem traut. Eine Begründung gibt es für diese Entscheidungen nicht. Kein Wunder, dass es Ärger gibt."