Amoklauf in Lüttich 2011: Angehörige klagen Staat an

Einige Angehörige der Opfer des Amoklaufs von Nordine Amrani, der 2011 am Rande des Weihnachtsmarkts von Lüttich fünf Menschen und danach sich selbst erschoss, wollen den belgischen Staat verklagen. Die Klage richtet sich gegen die Tatsache, dass die belgische Justiz den späteren Attentäter trotz negativer Gutachten vorzeitig aus der Haft entlassen hatte.

Nach Ansicht eines der Opferanwälte wollen einige der Angehörigen vor dem erstinstanzlichen Gericht in Lüttich „wegen des nicht Respektierens der Voraussetzungen bei der Freilassung des Täters“ klagen. Diese Klage sei vorausschauend gedacht, so Anwalt Alexandre Wilmotte, „denn unsere Beweggründe sind altruistisch. Es ist unsere Verantwortung, dafür zu sorgen, dass so etwas nicht mehr geschieht.“

Zuvor hatten auch andere Angehörige der Opfer von Nordine Amrani den belgischen Staat verklagt und zwar ebenfalls aufgrund der Fehler der Justiz bei der vorzeitigen Haftentlassung des späteren Amokläufers. Amrani war zur Zeit seines Amoklaufs auf Bewährung und unter strengen Auflagen auf freiem Fuß.

Am 13. Dezember 2011 erschoss Nordine Amrani fünf Menschen bei seinem Amoklauf. Zahlreiche weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt, als der Ex-Häftling auf der Place Saint-Lambert im Zentrum der Ardennenmetropole Lüttich wild um sich schoss. Im Zuge eines Feuergefechts mit herbeigeeilten Polizisten erschoss sich Amrani selbst.