Brüssel: Polizei klagt gegen “Unbekannt”

Der Konflikt zwischen der Polizei und Yvan Mayeur (PS), dem Bürgermeister von Brüssel, der nach den Straßenkämpfen der Beamten mit Antwerpener Hafenarbeitern am Rande der Großdemonstration am vergangenen Donnerstag entstand, geht in die nächste Runde. Die Polizeigewerkschaft Sypol reichte Klage gegen „Unbekannt“ wegen unterlassener Hilfeleistung ein.

Nach Angaben der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws reichte die Polizeigewerkschaft Sypol Klage wegen unterlassener Hilfeleistung ein. Sie ist eine Folge des Konflikts zwischen Brüssels Bürgermeister Mayeur und der Polizei nach den Krawallen am Rande der Großdemo der belgischen Gewerkschaften gegen die neue Rechts-Liberale Bundesregierung und deren Sparpläne am vergangenen Donnerstag.

Seinerzeit waren dutzende Beamte von aufgebrachten Hafenarbeitern aus Antwerpen in die Enge getrieben worden. Dabei wurde ihnen trotz dringender Aufrufe von Seiten der Einsatzleitung Verstärkung verwehrt. Angeblich, weil der sozialistische Bürgermeister von Brüssel lieber mit den Krawallmachern sprechen wollte und weitere Eskalation durch Deeskalation vermeiden wollte.

Rudy Callewaert von der Polizeigewerkschaft Sypol sagte dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion: „Die Klage, die eingereicht wird, behandelt unterlassene Hilfeleistung und richtet sich gegen Unbekannt in casu gegen den Bürgermeister und die Offiziere in der Einsatzleitung. Wir halten diese für die 112 Verletzten, die während 40 Minuten auf sich selbst gestellt waren und angegriffen wurden, während in den Seitenstraßen hunderte Kollegen darauf warteten, endlich eingreifen zu können, was ihnen aber verwehrt wurde, für verantwortlich.“

Inzwischen hat auch der zuständige belgische Innenminister Jan Jambon (N-VA) administrative Ermittlungen zur Handhabung der öffentlichen Ordnung während der Demonstration am vergangenen Sonntag angeordnet.

Jonas Roosens