De Lijn: Kritik an der Erhöhung der Fahrpreise

Die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn kündigte an, aus Sparzwängen heraus einige Vorzüge für bestimmte Personengruppen zu streichen und die allgemeinen Fahrpreise zu erhöhen. Dies stieß auf Kritik von Seiten einiger politischer Parteien und von Fahrgastverbänden. Die regionalen Verkehrsgesellschaften Walloniens und Brüssels sehen von solchen Preiserhöhungen weitgehend ab.

Die regionale flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn kündigte an, die kostenlosen Angebote für Rentner über 65 Jahren und Kinder zwischen fünf und 12 Jahren zu streichen. Nur noch Veteranen und behinderte Menschen im Rentenaltern haben ab dem 1. Februar 2015 noch Anrecht auf kostenfreies Nutzen von Bussen und Bahnen von De Lijn.

Daneben steigen ab dem 1. Februar 2015 die Fahr- und Abo-Preise bei De Lijn und zwar teilweise drastisch: Ein Jahresabo für Rentner kostet nach Jahren der Kostenfreiheit jetzt 50 €. Ein normales Ticket für eine Fahrt kostet 3 €, egal ob im Vorverkauf am Schalter, am Automaten oder beim Fahrer in Bus oder der Tram. Eine Zehn-Fahrten-Karte steigt um 40 % im Preis. Der Buzzy-Pass für Studenten kostet 2015 195 €. Bisher lag dieser Preis bei 189 €. Erin normales Abo für einfache Fahrten, der so genannte Omnipass, steigt von 249 € auf 294 €.

Die flämischen Grünen und Sozialisten, Groen und SP.A, werfen De Lijn und Landesverkehrsminister Ben Weyts (N-VA) vor, einmal mehr bei den schwächsten in der Gesellschaft zu sparen; bei den Rentner, den Kindern und den Schülern und bei denen, die sich einen eigenen Wagen nicht leisten können. Ähnlich lautet der Tenor beim Fahrgastverband ZugTramBus (TTB).

De Lijn-Chef Roger Kesteloot und Verkehrsminister Weyts begegnen der Kritik mit der Tatsache, dass die Preise für Abonnements bei der TEC in Wallonien und bei der Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB noch immer über denen der flämischen Gesellschaft liegen.

Wallonien und Brüssel

Der wallonische Verkehrsminister Carlo Di Antonio (CDH) gab an, bei der dortigen Regionalgesellschaft TEC werde es vorerst keine Tariferhöhung geben. Die TEC wird überdies mit einer halben Million Euro zusätzlich zum aktuellen Haushalt ausgestattet.

Auch bei der MIVB/STIB in Brüssel werden die Fahrpreise allgemein nicht erhöht. Hier werden nur die Fahrten von der Innenstadt zum Nationalflughafen in Zaventem ansteigen und zwar von derzeit 4 € auf 4,50 €. Die Ein- oder Mehrtages-Tickets für Touristen in Brüssel werden ebenfalls leicht teurer, können aber ohne Aufpreis auch auf dem Weg vom und zum Flughafen genutzt werden.