Heineken will Affligem weltweit promoten

Die niederländische Brauereigruppe Heineken will das belgische Abteibier Affligem auf dem Weltmarkt als wichtigstes Produkt neben dem eigenen Pils platzieren. Damit reagiert die Gruppe auf das abnehmende Interesse für Pilsbier zu Gunsten von so genannten „Spezialbieren“. Affligem gehört zu Alken Maes, die belgische Filiale von Heineken.

Die weltweit über ihr Pils bekannte niederländische Brauereigruppe Heineken reagiert mit einer neuen Offensive auf die sinkenden Absätze von Pilsbieren und lanciert das Tequila-Bier Desperados, ein eigenes Radler und das belgische Abteibier Affligem auf dem Weltmarkt für Bier.

Das Interesse für Pils nimmt zu Gunsten von Spezialbieren, z.B. belgischen Abteibieren oder Mixgetränken auf Bierbasis allgemein ab. In den Augen von Heineken genießen die belgischen Biere, insbesondere die Abteibiere, weltweit hohes Ansehen und diese Glaubwürdigkeit will man dort umsatzstark vermarkten.

Die Niederländer blasen damit zum Angriff auf die belgisch-brasilianische Brauereigruppe AB InBev, die seit Jahren mit Leffe, aber auch mit Stella Artois, Busweiser, Hoegaarden oder Beck‘s international erfolgreich ist.

Wie kommt Affligem zu Heineken?

Das seit 1074 gebraute Abteibier Affligem wurde nach dem 1072 gegründeten gleichnamigen Benediktinerkloster in der ebenfalls auf den Namen Affligem hörenden Gemeinde in Flämisch-Brabant benannt.

Die Mönche dieses Klosters brauen dieses Bier bereits seit 1940 nicht mehr selbst. Dieser Auftrag wurde nach 1956 an einige kleine Familienbrauereien in der Region abgegeben, u.a. an die Brauerei De Smedt in Opwijk (ebenfalls Flämisch-Brabant), die letzte Brauerei, die Affligem produziert.

Im Jahr 2000 übernahm Heineken die Brauerei De Smedt und es erfolgte eine Umbenennung in „Affligem“. Mittlerweile gehört Affligem aber zur Alken Maes-Gruppe, die wiederum die belgischen Aktivitäten von Heineken bündelt.

Affligem ist in verschiedenen Brauarten zu erwerben: Als Blond, Dubbel oder Trippel und auch in der Patersvat-Version und als Affligem 950 Cuvée. Die Rezepturen dieser Biere sind trotz aller Aktiengeschäfte zwischen Heineken und Alken Maes noch immer im Besitz der Benediktinerabtei.