Gerichtsdolmetscher im Arbeitsausstand

Weil sie vom belgischen Justizministerium nur mit großer Verzögerung entlohnt werden, sind die Gerichtsdolmetscher am Freitag in einen 2-stündigen Streik getreten. Sie hatten zuvor in einem offenen Brief an Justizminister Koen Geens (CD&V) professionelle Arbeitsbedingungen gefordert.

Übersetzer und Dolmetscher, die für das belgische Justizministerium arbeiten, haben ihre Arbeit niedergelegt, um gegen die Nichtbezahlung ihrer Honrorare und Rechnungen zu protestieren.

Für viele selbstständig Beschäftigte bedeutet das, dass sie die Mehrwertssteuer seit Januar 2014 auf die noch offenen Rechnungen vorschießen müssen.

Laut der rund 20 Dolmetscher und Übersetzer, die vor dem Brüsseler Justizpalast protestierten, schulden die Justizbehörden ihnen für geleistete Dienste ca. 136 Millionen Euro.

Auch in Antwerpen hatten die Kollegen gegen die Nichtzahlung der Rechnungen protestiert.

Geens: Lösung ab März 2015

"Ein vollkommener Mangel an Respekt für unser Fach, obwohl die Expertise von Übersetzern und Dolmetschern unverzichtbar ist", hieß es auf Seiten der Protestierenden."
 

Für die offenen Rechnungen soll das Ministerium ein Budget vorgesehen haben, aber die Übersetzer sollen ihr Gehalt nicht vor März 2015 erhalten.

Eine dramatische Perspektive, reagieren die Betroffenen: "Das Recht auf einen Dolmetscher ist ein Grundrecht. Genau wie das Grundrecht auf Lohn für Arbeit. Wir fordern nicht mehr als die Einhaltung der Menschenrechte."

Am Montag werden sie den Brief beim Justizminister vorlesen.