UBS-Belgium hat neuen Besitzer

Die UBS AG verkauft ihr Vermögensverwaltungsgeschäft in Belgien an das belgische Finanzinstitut Puilaetco Dewaay Private Bankers. Die Sparte verwaltet ein Anlagekapital von mehr als 3 Mrd. Euro. Der Schweizer UBS-Konzern stößt seine 2002 eingerichtete Vermögensverwaltungssparte in Belgien also ab.

Wie die belgische Privatbank Puilaetco Dewaay, ein auf die Vermögensverwaltung spezialisiertes Traditionshaus, am Donnerstag in Brüssel mitteilte, soll die Transaktion in der ersten Jahreshälfte 2015 abgeschlossen werden. Sie bedarf noch der Zustimmung der Aufsichtsbehörden. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. UBS Belgium, eine Zweigniederlassung der Luxemburger UBS-Tochter, hat rund 2500 Kunden und verwaltet für diese mit 60 Mitarbeitern Vermögen von gut 3 Mrd. €.

UBS Belgium ist im Juni in die hiesigen Schlagzeilen geraten , als die Polizei ihren CEO, Marcel Brühwiler, einem Untersuchungsrichter vorführte und Geschäfts- und Privaträume durchsuchte. Brühwiler blieb auf freiem Fuß, doch eröffnete der Untersuchungsrichter ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung gegen ihn. Es gehe um den Verdacht auf «kriminelle Organisation, Geldwäsche, illegale Tätigkeit als Finanzintermediär in Belgien und schweren organisierten Steuerbetrug», teilten die Behörden damals mit. Brühwiler habe die Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen. Das Verfahren ist laut den Angaben der Staatsanwaltschaft noch im Gang. Dem Vernehmen nach hat Brühwiler Angebote, in die KBL einzutreten oder bei der UBS zu bleiben.

Puilaetco Dewaay, gegründet 1868, gehört zu KBL European Private Bankers SA. Nach der Akquisition wird Puilaetco nach eigenen Angaben fast 10.000 Kunden und ein Anlagevolumen von über 10 Mrd. Euro betreuen, womit sie laut eigenen Angaben in die Gruppe der drei wichtigsten «reinen» Privatbanken in Belgien aufrückt.