Umstrittene belgische Atommeiler wieder aktiv?

Wie der französisch-belgische Energiekonzern GDF Suez bekannt gab, sollen die Atomreaktoren Tihange 2 und Doel 3 am 1. April 2015 wieder an das Stromnetz angeschlossen werden. Die beiden Reaktoren wurden Anfang des Jahres abgeschaltet, nachdem die Atomaufsichtsbehörde FANC bei einer Untersuchung tausende Haarrisse in den Atomreaktoren fand und eine Abschaltung veranlasste. Seitdem kosten die abgeschalteten Reaktoren dem Stromkonzern rund 40 Millionen Euro im Monat.

Das jetzt ein konkretes Datum für den Neustart genannt wurde, kam für viele Experten überraschend - denn die Untersuchungen von Experten sind noch nicht abgeschlossen. Auch die Aussage einer Unternehmenssprecherin, dass „das Unternehmen hofft, vor dem Beginn des Winters die Untersuchungsberichte der FANC zu erhalten“, konnte die Behörde nicht bestätigen.

Neuigkeiten gibt es auch zu dem Reaktorblock Doel 4. Der Reaktor wurde nach einem mutmaßlichen Sabotageakt im August ebenfalls heruntergefahren. GDF Suez gab bekannt, dass geplant ist, den Reaktor erst Ende nächsten Jahres wieder zu starten.

Die belgische Atompolitik und der Energiekonzern GDF Suez stehen seit Jahren in der Kritik. Die beiden einzigen Atomkraftwerke des Landes, Tihange und Doel, haben ihre Laufzeit bereits überschritten und sollen laut Experten in einem schlechten Zustand sein. Durch die hohe Abhängigkeit der Belgier von der Atomkraft und den abgeschalteten Reaktorblöcken gibt es Angst vor einer Stromknappheit im Winter.

Die belgische Tochterfirma von GDF Suez, Electrabel, und die belgische Regierung beraten deshalb über eine erneute Laufzeitverlängerung der Reaktorblöcke Doel 1 und 2 und einen möglichst schnellen Neustart aller abgeschalteten Reaktoren. (Quelle: Aachener Nachrichten)