Schweizer Tochter der HSBC in Belgien wegen Steuerbetrugs angeklagt

HSBC Private Bank, die Schweizer Tochter der britischen HSBC, ist in Belgien wegen Steuerbetrugs und der Bildung einer kriminellen Organisation angeklagt worden. Die Bank soll hunderten von Kunden wissentlich beim Betrug geholfen und sie sogar zum Betrug aufgefordert haben. Das haben die Justizbehörden am Montag mitgeteilt.

Der Untersuchungsrichter Michel Claise hat die HSBC Bank wegen schweren organisierten Steuerbetrugs und Geldwäsche sowie wegen der Bildung einer kriminellen Organisation und illegaler Tätigkeiten als Finanzintermediär angeklagt.

Das hat die Brüsseler Staatsanwaltschaft am Montag mitgeteilt. 

Die Bank soll jahrelang vermögende Kunden angesprochen und dazu ermutigt haben, Steuern zu hinterziehen. Die Beträge sollen in die Milliarden Dollar gehen. Dem belgischen Staat sollen damit mehrere hundert Millionen entgangen sein.

Der Betrug bei der HSBC Bank flog vor vier Jahren auf, als der Antwerpener Staatsanwaltschaft und dem Finanzamt eine CD-Rom zugespielt wurde. Darauf waren Daten von belgischen Kontoinhabern bei der Schweizer Tochter der HSBC.

Aus diesen Daten geht hervor, dass die Schweizer Tochter rund tausend vermögenden Belgiern, darunter vielen Diamantenhändlern, geholfen hat, Steuern zu hinterziehen. Das sagt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Jennifer Vanderputten.

"Es läuft darauf hinaus, dass die Schweizer Bank hier an ihre belgischen Kunden herangetreten ist, sie getroffen und dazu ermutigt hat, ihr Geld nicht in der Schweiz zu lassen, sondern es Offshore-Unternehmen auf zum Beispiel den Jungferninseln mit dem Ziel zu überweisen, die Quellensteuer, die in der Schweiz zwar anfällt, aber dem belgischen Staat zusteht, zu umgehen."

Die Brüsseler Justiz hat ermittelt, wie die Bank genau vorging. Vor gut einem Jahr hat sie aus diesem Grund noch rund 20  Hausdurchsuchungen bei den Bank-Kunden durchgeführt.

Und jetzt ist also Anklage gegen die Bank erhoben worden.