Ein Borremans mitten in Gent

Etwas größer als erwartet, aber sehr schön. Das ist die Reaktionen eines Genters auf ein neues Kunstwerk in seiner Stadt. In der Innenstadt von Gent, auf einer Betonmauer in der Nähe der Stadthalle, hängt ein Gemälde von Michaël Borremans. Der Künstler selbst lebt auch in Gent. Die Arbeiten von Borremans werden für enorm hohe Geldsummen weltweit verkauft, aber das Werk, "De Maagd" bekam die Stadt Gent geschenkt.

Am Glockenstuhl an der Genter Stadthalle ist am Dienstagmorgen das Fresko "De Maagd" eingeweiht worden. Es ist ein Geschenk des Künstlers Michaël Borremans an seine Stadt Gent. Direkt nach der Einweihung entstand eine Diskussion darüber, wohin das Mädchen mit ihrem Seitenblick genau schaut.

Borremans, der selbst nicht bei der Einweihung war, weil er findet, dass das Werk für sich sprechen sollte, malte auf der Nordmauer und in 3,5 Meter Höhe ein dunkles Fresko von 60 auf 70 Zentimeter. Das Mädchen mit dunklen Haaren und dunkler Kleidung und auffallend weißem Kragen blickt an dem Betrachter vorbei. Das ist typisch für die Arbeit des zeitgenössischen Genter Künstlers. Aus ihren Augen scheinen auffallend weiße Lichtstrahlen.

Ein Mädchen mit schwarzem Haar auf schwarzem Hintergrund, fast ganz in schwarz gekleidet, mit zwei Augen, die im wahrsten Sinne des Wortes strahlen: „Die Jungfrau“ von Michael Borremans, eine Malerei in Ölfarbe auf einer Betonmauer im Herzen der Stadt.

"Es könnte sein, dass ihre Augen auf die Stadthalle gerichtet sind, aber das ist nur eine Vermutung. Sie könnte auch eine Person anschauen", sagt die Stadtbeirätin für Kultur, Annelies Storms (SP.A).

Borremans hat das Werk auf der Rückseite signiert, an der Innenseite des Glockenstuhls also. Der Genter Bürgermeister Daniël Termont (SP.A) findet: "Gent ist eine Stadt des Wissens und der Kultur. Die Ausstrahlung, die die Stadt zu bieten hat, ist nicht nur für einige wenige Glückliche, sondern für alle Genter und Besucher der Stadt Gent."

Das Fresko ist ein erstes Werk von Borremans in einem öffentlichen Raum. Die Stadtbeirätin für Kultur Storms will in den nächsten Jahren noch mehr Kunst im öffentlichen Raum. Nächstes Jahr sollen Kunstwerke von Ayse Erkmen und Ann Veronica Janssens den Korenmarkt schmücken.

An die Schenkung von Borremans ist das Recht gebunden, solange er lebt, Kunstwerke an den vier Sockeln der Kunsthalle anbringen zu dürfen. "Ich hoffe, dass er die Inspiration hat, um das auch zu machen“, so Storms noch.