2.600 Belgier verpfeifen Nachbarn beim Fiskus

Nach einer Meldung der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad haben in den vergangenen fünf Jahren rund 2.600 Landsleute ihre Nachbarn bei der Steuer angeschwärzt. Belgiens neue Staatssekretärin für den Kampf gegen Betrug und Armut, Elke Sleurs (N-VA), mag das zwei Gründe haben: Neid, aber auch die Haltung der Bürger gegenüber Schummeleien.

Staatssekretärin Sleurs gab gegenüber Hey Nieuwsblad an, dass die Zahl derer, die Nachbarn bei der Steuer denunzieren, innerhalb der vergangenen fünf Jahre stark angestiegen ist und zwar von 510 im Jahr 2009 auf rund 2.000 im vergangenen Jahr.

Nach Ansicht der Staatssekretärin sei die Antriebsfeder, Nachbarn beim Fiskus anzuschwärzen, sehr oft auf den Faktor Neid zurückzuführen. Neue Autos fallen auf oder auch die Tatsache, dass die lieben Nachbarn auffallend oft in Urlaub fahren.

Aber, in Belgien sei auch Fakt, dass viele Menschen ein gesteigertes Gefühl von Gerechtigkeit und eine auffallend starke Haltung gegen Betrug und Schummelei aufweisen. Einer Umfrage zufolge gehen die meisten Menschen im belgischen Bundesland Flandern davon aus, dass Selbständige auf jeden Fall Staat und Steuer betrügen.

Elke Sleurs will sich darauf aber nicht einlassen. Sie gab an, ehrliche Bürger unterstützen zu wollen und nicht vorhabe, jedem kleinen Selbständigen oder Mittelständler das Leben schwer zu machen, weil die eine oder andere Auflage nicht beachtet wurde.