Das Ende des "Silberfonds" zur Rentenfinanzierung

Der so genannte "Silberfonds" war eine Erfindung der Regierung Verhofstadt I. aus dem Jahr 2001. Über diesen Fonds sollte die Finanzierung der Renten für die Zukunft sichergestellt werden. Die Idee des damaligen belgischen Haushaltsministers Johan Vande Lanotte (SP.A) läuft jetzt aus, denn der aktuelle belgische Finanzminister Johan Van Overtveldt (N-VA) will andere Wege gehen.

Seit 2001 wurden alle Haushaltsüberschüsse in den so genannten "Silberfonds" gespeist. Damit sollten die Renten auf absehbare Zeit gesichert werden, zumal sich eine Vergreisung der Gesellschaft auch in Belgien andeutete. Doch heute scheint diese Idee veraltet und der Finanzminister der neuen belgischen Bundesregierung um Premierminister Charles Michel (MR), Johan Van Overtveldt (N-VA) will das System auslaufen lassen.

Der Vorsitzende des staatlichen Rentenausschusses, der ehemalige S.PA-Landes- und Bundesminister und heutige Uni-Professor Frank Vandenbroucke (KUL Löwen - kl. Foto) - damals Miterfinder des "Silberfonds" - hält dies heute nicht für ein Problem. Gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion sagte er am Mittwoch, dass die Strategie von damals längst überholt sei:

„Wir haben alle gemeinsam seit Anfang der 1990er Jahre ständig den Leuten gesagt, dass wir die Schulden abbauen müssen und wenn diese Schulden weitgehend abgebaut sind, können wir die Renten bezahlen. Ich bin in den vergangenen 10 Jahren selbst in zunehmendem Maße skeptisch geworden, ob sich diese Strategie lohnt.

Ich glaube, wir müssen den Menschen sagen, dass wir ein Rentensystem aufbauen, dass in sich selbst ausgeglichen ist und das über ausreichende Einnahmen verfügt. Diese Einnahmen müssen die Ausgaben decken und ein Rentensystem finanzieren, dass nicht davon abhängig ist, ob der Staat Haushaltsüberschüsse verbucht oder nicht.“