Flanderns Industrie spielt kaum noch eine Rolle

Das Verschwinden von wirtschaftsstarker Industrie wird im belgischen Bundesland Flandern immer offensichtlicher. Innerhalb der vergangenen 10 Jahre sank der Anteil von industrieller Betriebsamkeit im regionalen Brutto-Inlandsprodukt in Flandern um ein Viertel. Besonders stark ist dieses Phänomen in den Bereichen Textil, Elektromechanik und Automobil-Montage zu spüren.

Nach einer Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd kommen der Maschinenbau, die Lebensmittelindustrie und der Chemiesektor noch gut weg, doch die Bereiche Textil, Elektromechanik und Automobil-Montage lassen deutlich Federn.

Das ist nicht zuletzt deutlich sichtbar seit dem Verschwinden des Opel-Werks aus dem Hafen von Antwerpen vor einigen Jahren und dem für Dezember 2014 anstehenden Produktions-Aus bei Ford in Genk (Limburg).

Ganz Europa verliert industrielle Aktivitäten an Asien. Zwischen 1991 und 2011 wuchs die Industrie in Europa um nur noch um 25 % insgesamt, derweil Asien (ohne Japan) in diesem Zeitraum von 8 % auf 31 % zulegte. Flandern ist für 71 % des entsprechenden Rückgangs in Belgien verantwortlich.

Das Problem in Ländern wie Belgien, ist, dass die Wirtschaft und hier im Besonderen nicht schnell genug auf die fortschreitende Digitalisierung in der Welt eingeht. Wirtschaftsfachleute sagen dazu, dass Nichtstun für Niemanden in diesem Bereich noch lange eine sichere Haltung darstelle - ganz im Gegenteil, so der allgemeine Tenor.