Schirme öffnen für Fürsorge und gegen Armut

Der flämische Wohlfahrtsverband hat mit einer besonders auffallenden Aktion auf die Wichtigkeit von sozialem Schutz gegen Armut hingewiesen. In Halle in der Provinz Flämisch-Brabant wurde symbolisch der Weltrekord im Schirme öffnen gebrochen. Den letzten entsprechenden Weltrekord hatten die Bewohner der italienischen Stadt Verona brechen können.

Genau 1.988 Menschen hatten am Mittwochvormittag in Halle/Flämisch-Brabant gleichzeitig einen Schirm geöffnet und damit den bisherigen Rekord aus Verona in Italien (1.673 Schirme) brechen können. Diese originelle Aktion hatte aber einen ernsten Hintergrund, wies sie doch symbolisch auf den Schutz vor Armut hin. In den Augen des flämischen Wohlfahrtsverbandes steht ein Regenschirm nämlich für den Schutz des sozialen Standards.

Bert D’Hondt, der Vorsitzende des Wohlfahrtsverbandes, erklärt dieses Symbol: „Ein Schirm schützt Sie wenn das Wetter umschlägt und es zu regnen anfängt. Die Wohlfahrt beschützt Sie, wenn Ihr Leben von Rückschlägen getroffen wird, zum Beispiel beim Verlust des Arbeitsplatzes, durch einen Unfall, durch Krankheit oder durch einen Konkurs.“

Nach Berechnungen der flämischen Wohlfahrt erlebt jeder siebte Flame in seinem Leben eine Situation, in denen er sozialen Schutz braucht, bzw. in denen er nicht nach unten abgesichert ist: „Für viele liegen leider einige Löcher im Sozialschutz vorn wodurch sie zeitweise oder für immer in der Armut landen.“ Leider, so D’Hondt, weisen der Sozialschutz, die soziale Sicherheit und der soziale Beistand in Belgien Mängel auf, wodurch über 1,6 Mio. Menschen über den Rand der Armut gefallen sind.

Die belgische Bundesregierung ist gefragt

Die Wohlfahrtsverbände in allen belgischen Regionen wollen jetzt mit entsprechenden Kampagnen und Aktionen auf diese Umstände hinweisen. Sie fordern die neue belgische Bundesregierung dazu auf, „den Menschen zu geben, worauf sie ein Recht haben.“

Das bedeutet, dass alle Beihilfen oder Ersatzeinkommen erhöht werden, so dass sie dem garantierten Mindesteinkommen im Land entsprechen. Der Staat soll zudem die entsprechenden Ausgaben der Öffentlichen Sozialhilfezentren in Städten und Gemeinden übernehmen, damit diese das so frei werdende Geld in weitere Programme gegen Armut investieren können.