Palmöl-Hinweise: Malaysia über Belgien verärgert

Malaysia fordert von der belgischen Regierung, härter gegen Produzenten von Lebensmitteln oder Einzelhändler und Supermärkten vorzugehen, die auf Verpackungen auf die Tatsache hinweisen, dass Palmöl nicht zu den Zutaten bestimmter Produkte gehört. Nach Ansicht der malaysischen Behörden ist Palmöl nicht gefährlicher, als z.B. Olivenöl oder als andere Fette in Lebensmitteln. Deshalb müsse Belgien solche Hinweise verbieten.

Verschiedene Supermarktketten in Belgien, z.B. Delhaize, aber auch Lebensmittelhersteller, wie die Schokoladenmarke Galler aus Lüttich, weisen ihre Kunden über entsprechende Aufschriften oder -kleber darauf hin, dass Palmöl nicht zu den Zutaten ihrer Produkte gehört. Dies sei laut Yusuf Basirin, CEO des Malaysian Palm Oil Councils (MPOC), illegal, irreführend für die Verbraucher und diskriminierend für die malaysischen Hersteller, meldete die flämische Tageszeitung De Morgen am Freitag.

Die belgische Nachrichtenagentur Belga will wissen, dass gleich mehrere malaysische Regierungsbeamte Außenminister Didier Reynders (MR) und Pieter De Crem (CD&V), Staatssekretär für Außenhandel, in der kommenden Woche auf dieses Problem ansprechen wollen. Am Samstag begibt sich eine belgische Handelsdelegation unter Begleitung von Prinzessin Astrid als Vertreterin des belgischen Königshauses in das asiatische Land.

Ein Sprecher des belgischen Gesundheitsministeriums, den De Morgen zitierte, ist der Ansicht, dass Hinweise auf die Abwesenheit von Palmöl als Zutat in Lebensmitteln auf Verpackungen kein Problem darstellen. Man wolle die Gespräche der malaysischen Behörden mit der belgischen Wirtschaftsdelegation bezüglich der Palmölfrage aber erst einmal abwarten.

Palmöl

Palmöl ist ein pflanzliches Öl, das in vielen Lebensmitteln verwendet wird, z.B. in Schokolade, in Backwaren oder Chips und sogar in Müslis und vielen anderen Süßwaren. Das Produkt taucht aber auch als Bestandteil von verschiedenen Reinigungsprodukten, wie Seifen oder Putzmitteln auf.

Allerdings ist Palmöl auch umstritten wegen des Raubbaus in Regenwäldern, die in Asien massiv abgeholzt werden, um dort Palmöl-Monokulturen für den schnellen Profit zu pflanzen. Dies stört mancherorts längst die Biodiversität und die Ökosysteme, wie Fachleute warnen. Auf den internationalen Märkten gilt das Palmöl inzwischen sogar als Geldanlage.