Arbeitsmigration aus der EU steigt auch bei uns

Der britische Premierminister David Cameron will Einwanderern aus der Europäischen Union erst nach vier Jahren Aufenthalt in Großbritannien ein Recht auf Sozialleistungen einräumen. Dies soll vor allem Osteuropäer davon abhalten, in Richtung britische Inseln auszuwandern. Auch in Belgien steigt die Zahl der Einwanderer aus osteuropäischen EU-Ländern.

Genau wie in anderen westlichen Mitgliedsländern der Europäischen Union ist die Zuwanderung aus östlicher Richtung in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Seit der letzten EU-Osterweiterung ist dies ein regelrechter Trend.

Von den Arbeitsmigranten aus Osteuropa bilden die Polen in Belgien die größte Gruppe. Ihre Zahl stieg in wenigen Jahren von 12.000 (2004) auf rund 65.000 (2013). Rumänen leben seit dem EU-Beitritt ihres Landes im Jahr 2007 fast ebenso viele in Belgien. Und aus Bulgarien sind seit der Osterweiterung rund 25.000 Menschen in Belgien eingewandert.

Nach Ansicht des Demografen Patrick Deboosere hat sich aber auch das Profil der EU-Einwanderer geändert, wie er gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion angab: „Nach dem EU-Beitritt Polens beobachten wir, dass sich ein starker Zuwanderungsstrom bemerkbar macht. In erster Instanz handelt es sich hier im Menschen, die vor allem am Bau oder in Reinigungsbetrieben arbeiten. Doch mittlerweile kommen auch viele geschulte Arbeitsuchende, denn in Osteuropa gibt es viele gut ausgebildete Facharbeiter und Techniker. Die sind erst in den letzten Jahren zu uns gekommen.“

Zuwanderer aus Osteuropa, die in Belgien Fuß fassen, sind in erster Linie jung, recht gut ausgebildet und leben vor allem in den Großstädten Brüssel und Antwerpen. Das sorgt in diesen Städten allerdings für eine Herausforderung auf den Wohnungsmärkten.