Abschied von EU-Ratspräsident Van Rompuy

“Der Präsident hört auf”, titelt De Morgen. “Abschied aus dem öffentlichen Leben”, meint Het Nieuwsblad. “Herman Van Rompuy verlässt Europa und die Politik”, schreibt L’Echo.

Am Freitag war der letzte Arbeitstag von Herman Van Rompuy. “Jetzt ist mein politisches Leben endgültig vorbei”, so der flämische Christdemokrat in De Morgen. Er war Europas erster Ratspräsident und vermutlich der letzte Belgier für einige Zeit, der ein solch hohes Amt in der EU bekleidet hat. Herman Van Rompuy hat die Europäische Union durch turbulente Zeiten geführt.

Zu Beginn noch als “Mauerblümchen” und “nasser Waschlappen” verschrien, wird der heute 67-Jährige nach fünf Jahren im Amt vor allem als geschickter Vermittler gelobt, hebt Het Nieuwsblad hervor.

Van Rompuy hat den neugeschaffenen Posten erst einmal mit Leben füllen müssen. Die Zeiten waren hart – denken wir nur an die dramatische Euro-Rettung. In Krisenzeiten ging es in der EU aber nur im Schneckentempo voran, kritisiert das Blatt. Schwer zu sagen, welches Gefühl am Ende überwiegt: die Erleichterung, die Krise überstanden zu haben und Licht am Ende des wirtschaftlichen Tunnels zu sehen. Oder aber die Sorge darüber, was da noch kommen mag: die Russen in der Ukraine, die Briten, die mit dem EU-Austritt liebäugeln sowie der Vormarsch der Euroskeptiker. Eines ist aber sicher, meint Het Nieuwsblad: „Der Europäische Ratsvorsitz wird noch lange den Van Rompuy-Stempel tragen – und das ist auch gut so“, hält das Blatt fest. (Quelle: brf)