Schließt Belgien 33 Botschaften und Konsulate?

Weil auch das belgische Außenministerium sparen muss, wurde dort eine Liste mit 33 belgischen Botschaften und Konsulate im Ausland erstellt, die aus Kostengründen geschlossen werden sollen. Das berichten die Wirtschaftszeitungen De Tijd und L’Echo in ihrer Wochenendausgabe. Momentan unterhält Belgien weltweit 137 diplomatische Auslandsvertretungen. Eine endgültige Entscheidung steht aber noch aus, hieß es im Brüsseler Außenministerium.

Bislang steht nur die Schließung von zwei belgischen Auslandsvertretungen fest: Kabul, Afghanistan und Toronto in Kanada. Mittelfristig könnten es aber viel mehr werden – und zwar überall in der Welt. Aus Kostengründen soll rund ein Drittel der belgischen Botschaften und Konsulate ihre Pforten schließen, so die bislang geheimen Pläne des Außenministeriums.

In Europa sind demnach anscheinend insgesamt 16 Konsulate bedroht. Unter anderem gilt das für Lille und Straßburg in Frankreich und das Generalkonsulat im deutschen Köln. Betroffen sind ebenfalls die Konsulate von Barcelona und Alicante in Spanien und ein Konsulat in Portugal. Auch die Botschaften in den drei baltischen Staaten könnten geschlossen werden. Ebenso die in Slowenien, Bosnien und dem Kosovo.

Asien und Afrika

In Asien sind vor allem die belgischen Botschaften in Islamabad und Pakistan sowie Manila auf den Philippinen bedroht. Auch für den französischsprachigen Libanon gibt es entsprechende Überlegungen.

In Afrika fällt vor allem die Schließungsabsicht der Botschaft von Kongo-Brazzaville auf, dem kleinen Nachbarstaat der Demokratischen Republik Kongo. Bislang war das benachbarte Brazzaville als Ausweichplattform genutzt worden im Falle von Unruhen im kongolesischen Kinshasa.

Beachtlich ist auch die geplante Schließung des Konsulats im marokkanischen Casablanca , obschon dort eine große belgisch-marokkanische Gemeinschaft lebt.

Seit längerem planen Belgien und die Niederlande, Botschaften im Ausland zusammenzulegen. Diese Überlegungen dürften jetzt angesichts der Sparmaßnahmen noch rascher umgesetzt werden. Erwartet wird, dass Belgiens Außenminister Reynders zum Jahreswechsel seine konkreten Entscheidungen ankündigt.