Behörden lassen Rolläden runter

Nicht nur bei den öffentlichen Verkehrgesellschaften in und um Brüssel sowie in Flämisch- und Wallonisch Brabant wird gestreikt, sondern teilweise auch bei den Behörden. In Löwen blockieren die Gewerkschaften die Schalter der flämischen Behörden.

Am Montagmorgen standen zum Beispiel in Löwen Streikposten vor den Gebäuden der Stadt und der Provinz. Dienstleistungen wie Jobinfo-Stellen sind an diesem Montag zu. Die Beamte demonstrieren gegen die Sparpläne der flämischen Regierung.

Nathalie Hiel von der christlichen Gewerkschaft betonte im VRT-Radio hierzu: "Weil die Einsparungen auch bei den öffentlichen Behörden sehr einschneidend sind. Wir haben schon eine ganze Reihe Einsparungen hinter uns und schon wieder hat die flämische Regierung entschieden, erneut am Personal zu sparen. 1.950 Menschen weniger, Einsparungen in Höhe von 101 Millionen im Personalbudget - das wird doch in den nächsten Jahren enorm große Folgen haben."

In Flämisch-Brabant und Brüssel ist aufgrund des Streiks übrigens auch der Postbetrieb gestört. Die Gewerkschaften blockieren unter anderen das Verteilerzentrum in Löwen. Nur Zeitungen und Päckchen dürfen das Zentrum verlassen, so Rudy Arnalsteen von der sozialistischen Gewerkschaft.

Die Transporte würden nicht aufgehalten, aber es sei entschieden worden, dass keine Briefe ausgetragen würden, heißt es noch.

Die Direktion der belgischen Post Bpost schätzt, dass im Durchschnitt doch 70 Prozent der Post in Flämisch-Brabant ausgetragen worden sei. In Brüssel soll der Anteil bei rund 80 Prozent liegen.

Der Regionalstreik hat auch Auswirkungen auf die Justiz. Mehrere Anhörungen mussten verschoben weren, sagt Luc Hennart, der Vorsitzende des französischsprachigen Gerichts von Brüssel.

In allen Gefängnissen in Flämisch- und Wallonisch Brabant muss die Polizei einspringen, um streikende Gefängniswärter zu ersetzen.