IS: Belgische Soldaten in den Irak?

Im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat könnte die internationale Koalition künftig nicht mehr nur auf Luftangriffe setzen, sondern auch Soldaten in den Irak schicken. Auf dem Tisch der belgischen Regierung liegt eine offizielle Anfrage der USA, um Militär-Ausbilder bereit zu stellen. Verteidigungsminister Steven Vandeput (N-VA) will die Anfrage im Regierungskabinett vorlegen, wo dann die endgültige Entscheidung fällt.

Von einer Basis in Jordanien aus fliegen sechs belgische Kampfflugzeuge vom Typ F-16 derzeit Angriffe über dem Ira. Der Einsatz wurde erst kürzlich bis zum Sommer verlängert. Derzeit operieren belgische Soldaten nur aus der Luft, geht es nach dem Willen der durch die USA angeführten internationalen Koalition könnten schon bald Bodentruppen hinzukommen.

Etwa 50 belgische Soldaten könnten vor Ort irakischen Sicherheitskräften bei der Planung ihrer Einsätze zur Seite stehen und sie ausbilden. Direkt Kamphandlungen gegen IS sollen aber ausgeschlossen sein, hieß es.

Derzeit prüft das Brüssel Verteidigungsministerium die amerikanische Anfrage. Mit dem knappen Haushalt für das kommende Jahr wäre ein Einsatz von höchstens 50 belgischen Ausbildern vereinbar, so die Sprecherin von Verteidigungsminister Steven Vandeput. Nähere Details nannte sie aber nicht.

Unklar ist auch noch, ob die belgischen Soldaten in der irakischen Hauptstadt Bagdad oder in Frontnähe, im Norden Iraks, zum Einsatz kommen sollen.

Vermutlich wird die belgische Regierung während ihrer Kabinettssitzung vom 19. Dezember eine Entscheidung über den Einsatz treffen. Die belgische Armee hat Erfahrung mit solchen Auslandseinsätzen, unter anderem in Afghanistan.