Bald Umweltzonen in Flanderns Kommunen

Die flämische Landesregierung räumt den Kommunen ab 2016 die Möglichkeit ein, Umweltzonen einzurichten. Das bedeutet, dass veraltete und umweltschädliche Autos aus Wohngegenden, Stadtzentren oder Ortskernen verbannt werden können. Brüssel und Antwerpen planen schon seit einiger Zeit, solche Umweltzonen einzurichten.

Die belgische Hauptstadt Brüssel will bereits im kommenden Jahr solche Umweltzonen, wie sie bereits aus Deutschland oder aus London bekannt sind, einrichten. Das bedeutet, dass auf absehbare Zeit hin Ruß ausstoßende Dieselautos nicht mehr in das Zentrum der Hauptstadt hineinfahren dürfen. Damit sollen die hohen CO2-Werte z.B. in Stoßzeiten vermieden werden.

Aus der Scheldemetropole Antwerpen sollen ab 2016 Fahrzeuge mit umweltschädlichen Dieselmotoren verbannt werden, um die Luftqualität der Stadt verbessern zu können. Dies ist in Antwerpen sogar im Koalitionsabkommen der Mehrheit verankert. Inzwischen hat auch Flanderns Landesumweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) konkrete Pläne in Vorbereitung, nach denen schadstoffreiche Alt- und Dieselfahrzeuge aus Städten und Gemeinden verbannt werden können.

Die Landesregierung will den Kommunen die Möglichkeit bieten, selbst zu entscheiden, ob sie Umweltzonen einrichten oder andere Maßnahmen ergreifen wollen und ob sie Bußgelder nach Verstößen gegen ihre Regelungen erheben. Nach einer Meldung der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad müssen die Pläne der Umweltministerin lediglich noch vom flämischen Ministerrat angenommen werden.

Konkret bedeutet dies, dass Dieselfahrzeuge mit Baujahren vor 2005 aus den Umweltzonen verbannt werden können. Diese Autos werden mehrheitlich von Dieselmotoren angetrieben, die einen hohen CO2-Ausstoß haben. Für Benzinautos gelten weniger strenge Regelungen. Hier stehen lediglich die Fahrzeuge vor Problemen, die vor 1992 gebaut wurden. Ob und welche Ausnahmen für Oldtimer geplant sind, ist noch unklar.

Alle Dieselautos verbieten?

Der flämische Autofahrerverband VAB und der Brüsseler Umweltrat BRAL reagieren vorsichtig aber positiv auf die Pläne in Flandern und der belgischen Hauptstadt. Beide Verbände erachten für wichtig, dass die geplanten Umweltzonen auch groß genug sind, um wirklich wirksam im Sinne einer besseren Luftqualität sein zu können.

Maarten Matienko vom VAB geht davon aus, dass man alle Dieselautos verbieten müsse, um umwelttechnisch erfolgreich sein zu können. Überdies ist er der Ansicht, dass die geplante Umweltzone in Antwerpen schon jetzt zu klein sei: „Der Antwerpener Ring ist viel zu nach am dortigen Stadtzentrum.“