Belgien und Russland suchen ein Gleichgewicht

Im Rahmen des belgischen Vorsitzes über den Europarat besucht Bundesaußenminister Didier Reynders (MR) in diesen Tagen einige Staaten in Osteuropa. Darunter ist auch Russland. Reynders traf in Moskau seinen russischen Amtskollegen Sergei Lavrov. Beide unterstrichen bei ihren Gesprächen die Wichtigkeit der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Sergei Lavov ist der Ansicht, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Belgien und Russland sehr wichtig sind, wie er nach dem Gespräch mit Didier Reynders am Dienstag betonte. Belgische und russische Unternehmen würden seit langem erfolgreich miteinander Handel treiben, hieß es in Moskau dazu. „In den ersten neun Monaten des Jahres beliefen sich die wirtschaftlichen Beziehungen auf einen Umsatz von 10 Mia. Dollar, was einem Anstieg um 16 % gegenüber dem Vorjahr darstellt“, so Lavrov.

Zu den wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland in der Ukraine-Frage sagte der belgische Außenminister, dass nicht das Ziel sei, „Russland zu isolieren, sondern ein neues Gleichgewicht zu finden.“ Die Gespräche zwischen den beiden Außenministern betrafen also nicht nur die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern sondern auch das Thema Ukraine.

Als turnusmäßiger Vorsitzender des Europarates sprach Belgien in der Person von Außenminister Reynders auch die Ukraine an. Er erinnerte an den Respekt der Rechte von Minderheiten und warnte vor Extremismus und Rassismus - zwei Kernanliegen des Europarates. Doch laut Reynders müssen die Menschenrechte in der gesamten Ukraine respektiert werden. Beide, Reynders und Lavrov, sind der Ansicht, dass der Waffenstillstand in den Konfliktregionen in der Ukraine unbedingt gewahrt werden müsse und dass die OSZE über diese Waffenruhe wachen müsse. Beide Länder hoffen, dass Verhandlungen zwischen den Konfliktgegnern zu einer echten Waffenruhe führen mögen.