Belgiens UNIFIL-Mission im Libanon ausgelaufen

Belgiens Verteidigungsminister Steven Vandeput (N-VA) und einige Mitglieder des parlamentarischen Verteidigungsausschusses haben am Mittwoch einer Zeremonie zum Ende der Minenräum-Mission unseres Landes im Libanon beigewohnt (Foto). Der belgische Belufil-Einsatz fand im Rahmen der UNIFIL-Mission der Vereinten Nationen statt.

Die belgische Blauhelm-Einheit räumte im Auftrag der Vereinten Nationen seit 2006 Minen und andere Sprengkörper, die entlang der so genannten „Blue Line“ für Gefahr sorgte. Diese „Blue Line“ ist eine von der UN festgelegte Demarkationslinie im Süden des Libanon, hinter die sich die israelische Armee nach einem regionalen Grenzkonflikt mit dem Libanon bzw. mit von dort aus aktiven Terrorgruppen zurückziehen musste.

Insgesamt 3,7 km Verbindungswege und deren direkte Umgebung entlang von 29 sogenannten „Blue Points“ befreiten die belgischen Minenräumdienste von Minen und Sprengkörpern, die im Süden des Libanon für Tote und Verletzte - meist Zivilisten - sorgten. Zudem betrieb Belgien zwischen 2006 und 2009 ein Feldlazarett in der südlibanesischen Ortschaft Tibnin. In diesem Lazarett, dass inzwischen den libanesischen Behörden übergeben wurde, wurden über 9.000 Menschen medizinisch versorgt, die sonst ohne jegliche ärztliche Betreuung verblieben wären.

Im Laufe der Jahre waren rund 500 belgische Soldaten im Rahmen dieser Belufil- und UNIFIL-Mission im Libanon tätig. Nicht wenige Soldaten bedauern das Ende dieses Auftrags, weil dieser zum einen noch nicht zu Ende ist - immer noch müssen Minen entschärft werden - und zum anderen, weil dieser für Erfahrung und Ausbildung von Minenräumern und Kampfmittelentfernern der belgischen Armee sorgt. Im Rahmen dieses Auftrags waren vier belgische Soldaten nach einem Unfall mit einem gepanzerten Fahrzeug ums Leben gekommen.