Streik am Donnerstag - Bahn erwartet Probleme

Am Donnerstag legen die Mitglieder der Autonomen Gewerkschaft der Lokführer (ASTB) die Arbeit nieder. Das bedeutet, dass dann der Zugverkehr in Belgien erneut erheblich gestört sein kann. Die ASTB führt mit der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB einen eigenen Tarifstreit und entsprechende Verhandlungen waren am Dienstag einmal mehr gescheitert.

Nach Ansicht der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB sind die Folgen des Streiks der ASTB nur schwer einzuschätzen. Reisende und Berufspendler sollten auf jeden Fall mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen, hieß es bei der Bahn.

Die Autonome Gewerkschaft der Lokführer (ASTB) ist eine kleine Gewerkschaft, der sich vor allem Eisenbahner in der frankophonen Wallonie angeschlossen haben. Nach eigenen Angaben vertritt die Gewerkschaft ein Drittel der insgesamt rund 3.800 Lokführer in Belgien. Diese Zahl jedoch bezweifeln die Bahn und die anderen Gewerkschaften der Eisenbahner hierzulande.

Die NMBS/SNCB verurteilt den Streik der unabhängigen Lokführer auf das Schärfste, auch, weil er gerade jetzt während der Protestkampagne gegen die Spar- und Sozialpolitik der neuen belgischen Mitte-Rechts-Regierung stattfindet, an der seit Wochen auch viele gewerkschaftlich organisierte Eisenbahner aktiv teil nehmen.

Zudem finde diese Arbeitsniederlegung nur wenige Tage vor der Einführung des neuen Fahrplans am 14. Dezember statt: „Die NMBS/SNCB wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, den Impakt des Streiks vor der Lancierung des neuen Fahrplans zu beschränken.“

Warum wird gestreikt?

Einer der Gründe für die Arbeitsniederlegung der Autonomen Gewerkschaft der Lokführer (ASTB) ist „der Mangel an Zusammenhang im Prämiensystem für Lokführer bei der Bahngesellschaft NMBS/SNCB.“ Die Gewerkschaft fordert auch, dass die Aufstiegs- und Gehaltsbedingungen des Personals in der Lokführerausbildung aufgewertet werden. Man versuche bereits seit September mit der Bahndirektion zu verhandeln, um der als ungerecht erfahrenen Situation in diesen Bereichen eine Verbesserung zu bringen.

Doch man müsse sich den Fakten beugen: „Wir haben gegen eine Wand gesprochen und unsere Fragen stießen auf ein klares und kategorisches Nein von Seiten der Direktion der NMBS/SNCB.“ Die Bahn habe die deutlich begründeten Forderungen der Lokführer verworfen, hieß es schon vor einigen Tagen dazu bei der ASTB. Diese Arbeitsniederlegung hat also nichts mit den Protesten gegen die Sparpolitik der neuen belgischen Bundesregierung zu tun, an der sich seit einigen Wochen auch die Eisenbahner-Gewerkschaften beteiligen.