Streik im E.ON-Kraftwerk von Langerlo

Der deutsche Energiekonzern E.ON muss das Kohlekraftwerk von Langerlo bei Genk in der flämischen Provinz Limburg vorläufig außer Betrieb nehmen. Der Grund ist eine spontane Arbeitsniederlegung im Werk am Mittwoch. Das Werk steht ohnehin vor einer unsicheren Zukunft. Die Belegschaft hat Fragen dazu, die unbeantwortet bleiben.

Das Kohlekraftwerk von Langerlo in Limburg ist das letzte seiner Art in Belgien. Es hat eine Leistung von 500 MW (Megawatt), soviel wie der Atommeiler Doel 1 im gleichnamigen Kernkraftwerk bei Antwerpen. E.ON muss das Kraftwerk jetzt für unbestimmte Zeit stilllegen, doch kurzfristig werde dies nicht zu Energieknappheit führen, so Elia, der Betreiber des Hochspannungsnetzes in unserem Land.

Der Streik am E.ON-Standort Langerlo brach am Mittwochmorgen aus. Die Belegschaft ist der Ansicht, dass die Sozialverhandlungen zur unsicheren Zukunft des Kraftwerks derzeit zu nichts führen. Vorgesehen ist, das Kraftwerk im April 2016 endgültig stillzulegen. Ursprünglich wollte E.ON das Kohlekraftwerk zu einer Anlage, die Biomasse zur Stromgewinnung berennt, umbauen, doch davon ist man abgerückt.

Stattdessen sucht der Energiegigant, der sein Portfolio gänzlich verändern will, nach einem Übernahmekandidaten für den Standort. E.ON braucht das Kraftwerk Langerlo eigentlich nicht mehr. Die Belegschaft tappt derweil im Dunkeln und befürchtet, bei der Stilllegung des Werks im Frühjahr 2016 schlicht und einfach auf die Straße gesetzt zu werden. Die Gewerkschaften verlangen von E.ON so schnell wie möglich Klarheit, doch die lässt auf sich warten. Jetzt reagiert die Belegschaft mit einem spontanen Streik.

Bis zum Nachmittag kühlte die Anlage in Langerlo ab. Wann sie wieder hochgefahren werden kann und wird, ist aber ebenfalls unklar. Die Gewerkschaften setzen nach eigenen Angaben auf Dialog. Ein schnelles Hochfahren würde schnell vonstattengehen, solange die Anlage noch warm sei, hieß es dazu am Mittwochnachmittag. Die Gewerkschaften wollten rasch zurück an den Verhandlungstisch. Wie die Konzernleitung, bzw. das Management des Kraftwerks darauf reagieren, war am frühen Mittwochabend noch nicht abzusehen.