Bei Philips in Turnhout gehen 170 Jobs verloren

Das Glühbirnen-Werk von Philips in Turnhout in der Provinz Antwerpen baut weiter Personal ab. Bei einer außergewöhnlichen Betriebsratssitzung am Donnerstagmorgen wurde deutlich, dass der Konzern dort 170 Stellen streicht. Die klassische Glühbirne, heute eine Sparlampe, wird mehr und mehr durch LED-Leuchtmittel ersetzt und durch diesen Trend verliert das Werk Turnhout Aufträge.

Derzeit beschäftigt Philips in Turnhout noch rund 1.150 Mitarbeiter. Vor rund drei Jahren war die Belegschaft dort noch doppelt so hoch, doch der Siegeszug der LED-Beleuchtung und die Konkurrenz in asiatischen Billiglohnländern sorgten für eine schrittweisen Stelleabbau, der bis heute anhält.

Philips hat in der klassischen Glühlampen-Produktion eine Spezialität, die mittlerweile stets weniger gefragt ist. In Turnhout wird professionell genutzte Beleuchtung hergestellt, die zum Beispiel für Straßenlampen, für Geschäfte oder für Sportanlagen produziert wird.

Die Gewerkschaften bei Philips in Turnhout sind erst am Mittwoch von der anstehenden Betriebsratsversammlung unterrichtet worden und deren Befürchtungen bewahrheiteten sich: Es ging einmal mehr um Stellenabbau. 85 Arbeiter und 85 Angestellte werden ihren Job verlieren. 70 Betroffene verlassen durch vorher abgesprochene freiwillige Ausstiegs- und Vorruhestandsregelungen das Werk. Den 100 anderen muss gekündigt werden.

Philips in Belgien

Neben dem Produktionsstandort Turnhout unterhält Philips in Brüssel noch eine Zentrale und zwei weitere Werke in Kontich (Antwerpen) und Roeselare (Westflandern). Insgesamt beschäftigt der niederländische Konzern in Belgien rund 2.000 Mitarbeiter. Bis 2018 bleibt Turnhout wohl weiter in Betrieb. Wenn Philips dann die Produktion der klassischen Glühbirne auslaufen lässt, könnte der Standort auch ganz stillgelegt werden, wie Fachleute erwarten.