"Tante Fabiola suchte unaufhörlich nach Frieden"

In seiner Predigt unterstrich Kardinal Godfried Danneels die Wichtigkeit des Glaubens im Leben der verstorbenen belgischen Königin Fabiola (86) und unterstrich ihre enge Bindung zum verstorbenen König Boudewijn. "Fabiola ist jetzt zu Hause, bei Gott und ihrem Mann", sagte Kardinal Danneels. Während der Trauerfeier verlasen auch die älteste Tochter und der älteste Sohn von König Philippe sowie die Tochter von Prinz Laurent einen kurzen Text.

Kardinal Danneels ging in seiner Predigt tiefer auf die Rolle des katholischen Glaubens im Leben von Königin Fabiola ein.

Ihr Glaube wurde nach dem Tod von König Boudewijn 1993 noch wichtiger für sie. "Fabiolas Glaube reifte wie eine Weintraube in der Herbstsonne", so Danneels.

"Sie wollte zu Gott gehen", hieß es weiter. "Sie lebte, als ob sie schon Zugang zu Gottes Welt und seinen Heiligen hatte. Der Tod war kein Ende für sie, sondern eine Passage".

Der Kardinal wies zudem auf die starke Persönlichkeit von Königin Fabiola hin. "Sie war ernst, aber hatte auch viel Humor. Sie war mild und leidenschaftlich. Sie war direkt, aber barmherzig. Sie war einfach und doch elegant", so Danneels.

"Aber das alles ist die sichtbare Außenseite", hieß es. "Was ist ihr innerliches Porträt? Drinnen war nichts anderes als Liebe zwischen ihr und Boudewijn. Das ist ihr Geheimnis", sagte der Kardinal.

Nach der Predigt verlas Kronprinzessin Elisabeth als Erste Fürbitten auf Niederländisch. "Onkel Boudewijn und Tante Fabiola suchten unaufhörlich nach Frieden", sagte Elisabeth.

Ihr Bruder Prinz Gabriel bat wiederum um "Trost bei diesen Prüfungen".

Danach sprachen u.a. Prinz Guillaume von Luxemburg auf Deutsch, Prinz Amedeo, der Sohn von Prinzessin Astrid und Prinz Lorenz sowie Prinzessin Louise, die Tochter von Prinz Laurent. Letztere redete Englisch. Außerdem hatte eine spanische Nichte von Königin Fabiola das Schlusswort. Es wurde in verschiedenen Sprachen gesprochen, aus Respekt vor all den Sprachen, die Fabiola beherrschte.

Der belgische Opern- und Konzertsänger José van Dam sang Ave Maria, ein Stück, das Königin Fabiola besonders mochte. Es war mucksmäuschenstill als Sophie Karthäuser dann "Amazing Grace" darbot. Sie wurde vom Vlaams Radio Koor begleitet. Auch ein Chor aus Vilvoorde, dem eine Nichte von Königin Fabiola angehören soll, sang - ein typisch spanisches Lied in Begleitung von Kastagnetten und Gitarre.

Will Tura brachte eine kurze Einlage ("Hoop doet leven") und selbst "La quête" (L'homme de la Mancha) von Jacques Brel wurde durch José van Dam gesungen.

Kurz vor dem Segen, folgte die Nationalhymne Belgiens, die Brabançonne. Es war der ausdrückliche Wunsch Fabiolas, dass sie gespielt würde.

Rund 200 Personen durften der Trauerfeier in der Kathedrale beiwohnen. Wer fehlte in der Trauerfeier, waren Vertreter des britischen Königshauses.

Sogar die Kaiserin von Japan, die sich nur selten ins Ausland begibt, war zugegen, aber Großbritannien entsandte einen Botschafter.

Prinz Laurent drückt seiner Tochter die Daumen, die eine Fürbitte vorliest

König Philippe und Königin Mathilde

Thailändische Prinzessin Sirindhom

Prinzessin Astrid von Belgien, die Schwester des amtierenden Königs Philippe

Niederländische Prinzessin Beatrix

AFP

Kardinal Danneels

Will Tura

Chor