Strom wird rund 8 Prozent teurer

Die durchschnitliche Stromrechnung wird ab nächstem Monat um 8,4 Prozent steigen. Das hat die flämische Regulierungsbehörde für den Strom- und Gasmarkt (VREG) bekannt gegeben. Erdgas wird hingegen um durchschnittlich 3,06 Prozent billiger. Besitzer von Solarzellen werden wohl auch mit einem Aufpreis rechnen müssen.

Die Preissteigerung hängt mit höheren Verteilernetztarifen zusammen. Das sind die Kosten für die Nutzung des Netzes, die knapp 40 Prozent der Stromkosten ausmachen. Der gesamte Energiepreis wird Dank des sinkenden Gaspreises nur mit 0,54 Prozent zunehmen.

Die aktuellen Tarife waren zu niedrig - auch deshalb, weil die Kosten für die Subventionen von Solarzellen, für die so genannten Ökozertifikate, nicht vollständig aufgeschlagen bzw. übertragen wurden.

Die örtlichen Unterschiede sind allerdings sehr groß. Die Netzbetreiber Imewo (42 Gemeinden in Ost- und Westflandern) und Intergem (23 Gemeinden in Ostflandern) verzeichnen die größten Preissenkungen bei den Tarifen, während Ores (Voeren) und Sibelgas (Grimbergen, Machelen, Meise, Vilvoorde und Wemmel) die stärksten Zunahmen zeigen. Auch für Kunden mit Solarzellen werden spezielle Tarife eingeführt.

Interessenverband für Solarzellen-Besitzer: "Das war nicht abgesprochen!"

Derzeit bezahlen Besitzer von Solarzellen nicht für die Nutzung des Netzes, doch künftig sollen auch sie zur Kasse gebeten werden.

Ab dem 1. Juli 2015 werden sie rund 340 Euro im Jahr bezahlen müssen, um Strom, den sie erst ins Netz einspeisen, nachher auch wieder zurücknehmen können.

Erik De Decker, vom Interessenverband für Solarzellen-Besitzer kritisiert das: "Alle nutzen das Netz und es war nie die Sprache davon, dass Menschen mit Solarzellen eine Netzvergütung bezahlen müssen. Investitionen in Ökostrom werden auf diese Weise uninteressant." Der Interessenverband will jetzt rechtlich gegen diese Netzgebühren vorgehen.