Belgien und Niederlande schützen gemeinsam ihren Luftraum

Belgien und die Niederlande wollen ab diesem Jahr gemeinsam den Luftraum über beiden Ländern schützen. Diese Information wurde unserem Haus, also der VRT, vom Kabinett des Verteidigungsministeriums bestätigt.

Die formellen Vereinbarungen zwischen beiden Ländern werden noch Anfang dieses Jahres unterzeichnet.

Der geteilte Schutz des Luftraums über Belgien und den Niederlanden ist eine Folge der Sparmaßnahmen unserer Regierung und eine rein wirtschaftliche Entscheidung. Die Niederlande war eigentlich keine fragende Partei, aber der Ankauf von teurer Wehrtechnik hat ihre Einstellung in dieser Sache verändert.

Die Niederlande haben sich entschieden die F-16 durch amerikanische F-35 zu ersetzen, die die belgische Armee ebenfalls haben möchte. Der hohe Preis hierfür hat die Niederländer dazu gezwungen, ihren Auftrag in der Zahl einzuschränken. Sie bestellen nur noch 37 Einheiten für einen Betrag von 4,6 Milliarden Euro. Das reduziert ihre Mittel zur Überwachung ihres Luftraums erheblich. Außerdem sollen vier Apparaturen bei Auslandsmissionen eingesetzt werden.

Die Verteidigungsminister beider Länder hatten ihre Absicht, in dieser Hinsicht zusammen zu arbeiten bereits am 23. Oktober signalisiert. "Wir warten auf die Unterzeichnung der Vereinbarung Anfang 2015, so dass sie dem Parlament in Belgien und dem in den Niederlanden zur Ratifizierung vorgelegt werden kann", heißt es in einem gemeinsamen Schreiben beider Verteidigungsminister am 15. Dezember in der 2. niederländischen Kammer.

Der Brief betont, dass die Zusammenarbeit bei der Luftraumüberwachung nicht vom einzusetzenden Flugzeugtyp abhänge.

Teure Angelegenheit: 37 F-35 für die Niederlande, rund 40 F-35 für Belgien

Die belgische Armee wiederum hofft bis 2018 auf die Erlaubnis für den Ankauf von rund 40 neuen Düsenjägern. Sie sollen die veralteten F16 der belgischen Armee ersetzen. Offiziell gibt es fünf Optionen, aber es ist ein offenes Geheimnis, dass die Armeeleitung die teuren F-35-Maschinen bevorzugt, ein technologisches "Sahneschnittchen" des amerikanischen Flugzeugfabrikanten Lockheed Martin.

Trotz des sehr hohen Preises haben Länder, die die F35 bereits im Einsatz haben, zahlreiche Mängel beanstandet. Hinzu kommt, dass die Maschinen offenbar auch in ihrem Unterhalt äußerst kostspielig sind. Wie teuer das für Belgien werden könnte, geht aus einem Brief der niederländischen Verteidigungsministerin Jeanine Hennis-Plasschaert an das Parlament hervor. In dem Brief stehen Details zum Ankauf. Denn die Niederlande will 37 F-35 ankaufen. Die Unterhaltskosten sollen jährlich 283 Millionen Euro der Verteidigungskasse schlucken. Das wären dann also etwa die Hälfte des belgischen Verteidigungsetats.

Natürlich können die Kosten nicht einfach so auf Belgien übertragen werden, aber die Zahlen geben uns zumindest eine Idee davon, in welchen Höhen wir uns hier bewegen.