Boonen soll wegen Steuerhinterziehung vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft von Kortrijk will mehrere bekannte Radrennfahrer, darunter auch Tom Boonen und Stijn Devolder sowie Teammanager Patrick Lefevere (Etixx-Quick Step) vor Gericht bringen. Sie wirft den Stars des Radsports Steuerhinterziehung vor.

Insgesamt hat es die Staatsanwaltschaft auf 9 Personen und 2 Gesellschaften abgesehen. Sie werden des Betrugs verdächtigt.

Tom Janssens von der Staatsanwaltschaft in Kortrijk betonte im VRT-Radio: "Es handelt sich um ein komplexes Betrugssystem, das mit dem Ziel errichtet wurde, Einkünfte, sowohl von ausländischen als auch von einheimischen Fahrern vor dem Finanzamt zu verstecken.

Die Untersuchungen gegen die Radsportler laufen schon seit längerem, seien jetzt aber abgeschlossen, heißt es. Möglicherweise müssen die Verdächtigen vor dem Strafrichter erscheinen. Der könnte hohe Bußgelder verhängen und sich sogar für eine Gefängnisstrafe aussprechen. Es gibt aber auch noch einen anderen Weg: Die Staatsanwaltschaft schließt nämlich eine gütliche Einigung nicht aus.

Es wäre möglich, dass sie erst "eine Vereinbarung mit dem Finanzamt treffen und dann auch eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft, um zu vermeiden, dass sie vor einem Strafgericht erscheinen müssen."

Einige Betroffenen haben bereits so eine gütliche Einigung mit dem Finanzamt getroffen, darunter Boonen im Jahr 2012. Dem Anführer wird vorgeworfen, dass er seinen Wohnort in Monaco hatte - wo Ausländer keine Steuern bezahlen müssen -, obwohl er sich viel mehr in Belgien aufgehalten habe.

Eine gütliche Einigung mit dem Finanzamt allein reicht nicht aus, um ein Erscheinen vor Gericht zu vermeiden. Hierfür ist auch eine gütliche Einigung mit der Staatsanwaltschaft nötig.