"Lasst Antwerpen und Zeebrügge fusionieren"

Fernand Huts (Foto), CEO der internationalen Logistik-Gruppe Katoen Natie, plädiert für eine Fusion zwischen den beiden Seehäfen von Antwerpen und Zeebrügge. Nur so könne man der starken Konkurrenz durch den Rotterdamer Hafen begegnen. Flanderns Landesminister für Verkehr und Mobilität, Ben Weyts (N-VA) steht dem mit gemischten Gefühlen gegenüber.

Fernand Huts ist der Ansicht, dass die Lage der flämischen Zeehäfen an der belgischen Nordseeküste ideal ist, wie er am Dienstagabend in der VRT-Lateshow „Reyers Laat“ sagte. Gerade davon müsse man im Wettbewerb gegen Rotterdam mehr profitieren.

Zeebrügge habe als Containerhub enorme Vorteile und Möglichkeiten: „Aber die Reedereien kennen nur Antwerpen und Rotterdam. Macht aus Zeebrügge einfach Antwerpen-Zeevlakte. Dann muss man auch nicht die Handelstradition verändern.“

Zeebrügge als Außenstelle von Antwerpen könne auch mehr auf Shortsea-Shipping und auf den Anschluss an die Binnenschifffahrt setzen, was wiederum der Mobilität im Hinterland zugutekommen würde.

„Wir in Flandern liegen am besten Ort in Europa. Wir müssen uns im Hinblick auf die heftige Konkurrenz, die von Rotterdam ausgeht, besser organisieren.“, so Huts am Mittwochmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion.

Der Katoen Natie-CEO glaubt auch, dass der über die Westerschelde mit der Nordsee verbundene Seehafen von Gent im Wettbewerb gegen Rotterdam enger mit anderen Standorten zusammenarbeiten sollte. So schlägt Fernand Huts vor, Gent mit den niederländischen Häfen Vlissingen und Terneuzen fusionieren sollte.

Flanderns Verkehrs- und Mobilitätsminister Ben Weyts (N-VA - kl. Foto) kann sich eine engere Zusammenarbeit der Häfen von Antwerpen und Zeebrügge sehr gut vorstellen. In einer Reaktion auf die Vorschläge von Katioen Natie-CEO Huts sagte er: „Mein Hafen ist Flandern.“ Doch von einer direkten Fusion der beiden Standorte hält er nicht viel. Weyts will im Zuge des Wettbewerbs gegen Rotterdam aber auch andere Punkte aufgreifen, wie z.B. den Eisernen Rhein, die alte Güterbahnverbindung zwischen dem Antwerpener Hafen und dem Ruhrgebiet in Deutschland.

Veränderungen beim Umschlag von Bananen

Inzwischen verliert der Hafen von Antwerpen den Umschlag von Chiquita-Bananen, immerhin ein Produkt mit einer jährlichen Umschlagsmenge von 170.000 Tonnen.

Chiquita zieht nach Vlissingen um. Allerdings könnte die Bananenmarke Bonita einen Teil des Umschlagsverlust wieder wettmachen.

Das Laden und Löschen von Bananen ist sehr arbeitsintensiv. Antwerpens Hafenschöffe Marc Van Peel (CD&V) glaubt, dass die wenig flexible Organisation der Hafenarbeit dort für den Weggang von Chiquita verantwortlich sein könnte.