Charlie Hebdo: Sicherheitsrat einbestellt

Nach dem Anschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo hat Belgiens Premierminister Charles Michel (MR) am Mittwochnachmittag das College der Nachrichten- und Sicherheitsdienste einberufen. Dort wurde die aktuelle Sicherheitslage bewertet. Michel sprach den Betroffenen in Frankreich das Beileid unseres Landes aus.

Am Mittwochnachmittag traf in Brüssel der Sicherheitsrat des Landes zusammen, um die aktuelle Sicherheitslage nach dem verheerenden Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo in Paris zu bewerten, bei der 12 Personen ums Leben kamen und weitere zum Teil lebensgefährlich verletzt wurden. Die beiden Attentäter hatten gezielt die Redaktionsversammlung des Satiremagazins angegriffen und dabei Redaktionsleiter, wichtige Journalisten und vier legendäre Cartoon-Zeichner erschossen.

Das Treffen des Colleges der Nachrichten- und Sicherheitsdienste sollte die Sicherheit der Bürger und der Einrichtungen unseres Landes garantieren und wurde vom Sicherheitsberater des Premierministers geleitet. Bundesinnenminister Jan Jambon (N-VA) gab dazu an, dass die Sicherheitslage in Belgien nicht in Gefahr sei und dass weiter das derzeit geltende Niveau 2 angewendet werde. Stufe 4 wäre das höchste Niveau in Belgien.

Premierminister Michel sprach den Angehörigen der Opfer, dem französischen Volk und Staatspräsident Hollande seine Anteilnahme und die aller Belgier aus. Jean-Claude Juncker, der Vorsitzende der EU-Kommission, sprach in einer Reaktion von einer „unerträglichen und barbarischen Tat“ und von einem „brutalen und unmenschlichen Attentat.“ Dies greife uns alle an, so Juncker, nicht nur als Mensch, sondern auch als Europäer.

Reaktionen aus Belgien

Der Vorsitzende des Flämischen Landesparlaments, Jan Peumans (N-VA), sagte gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion in einer Reaktion auf den Anschlag auf Charlie Hebdo, dass er einen Polizeistaat fürchte, in dem die Presse- und Meinungsfreiheit „von Barrikaden“ geschützt werden müsse.

Flanderns Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA) zeigte sich schockiert und twitterte, dass die Pressefreiheit von entscheidender Bedeutung für eine Demokratie sei: „Mehr als sonst unsere Rechte und Freiheiten verteidigen.“

Im Wallonischen Landesparlament wurde am Nachmittag vor der dort geplanten Sitzung eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags eingelegt.

Selbst der Kapitän der belgischen Fußball-Nationalmannschaft, ManCity-Verteidiger Vincent Kompany, meldete sich in Sachen Cjharlie Hebdo zu Wort: „Kalaschnikows können Individuen das Schweigen auferlegen, doch das Volk mischt sich weiter ein.“