Keine Torlinienkameras aber sechs Schiedsrichter

Die belgischen Schiedsrichter haben bei einem Lehrgang im spanischen La Manga beschlossen, in der ersten Fußball-Liga vorerst auf eine Torlinientechnologie zu verzichten. Sie setzen vielmehr auf zwei zusätzliche Unparteiische, die am Tor platziert werden sollen.
PA WIRE2013

Paul Allaerts, der den viertätigen Schiedsrichter-Lehrgang gemeinsam mit Frank De Bleeckere leitete, sagte dazu: „Wir haben die Nutzung der Torlinientechnologie geprüft, doch das kostet 360.000 € um nur ein Ding festzustellen, nämlich ist der Ball über der Linie oder nicht. Dann ist man mit der Anwesenheit von einem fünften und einem sechsten Schiedsrichter besser bedient, denn die sehen mehr.“

Nach Ansicht der beiden belgischen Schiedsrichter-Koryphäen Paul Allaerts und Frank De Bleeckere können zusätzliche Schiedsrichter auch das „Stoßen und Ziehen“ im Zuge von Eckbällen besser im Auge behalten. Bei ihrem Lehrgang in La Manga haben die belgischen Unparteiischen die Torlinientechnologie getestet, doch in ihrem Urteil griffen sie auch auf ihre eigene Erfahrung auf dem Platz zurück. In der Hinrunde der laufenden Saison lagen sie in 84 % der Fälle bei „entscheidenden Momenten“ richtig und auch in 87 % der strittigen Abseitsstellungen konnten die dem Regelwerk entsprechend urteilen.

Die zusätzlichen Schiedsrichter sollen ab Beginn der Play Offs in der ersten Liga zum Einsatz kommen und in vollem Umfang beim Anstoß zur Saison 2015/2016. Die 19 Erstliga-Schiedsrichter in Belgien sind der Ansicht, dass man durchaus Freitags 5. oder 6. Mann sein könne und Sonntags wieder zentraler Unparteiischer. Die Pro League, die für die Organisation des Profifußballs in Belgien zuständig ist, zeigte sich mit der Einführung von zwei zusätzlichen Schiedsrichtern an den Toren einverstanden, nicht nur, weil diese „billiger“ sind, als eine neue Technologie, die sich finanziell weniger gut aufgestellte Clubs eher nicht leisten können.