Planbüro geht für 2015 von einer Nullinflation aus

Das Planbüro des belgischen Wirtschaftsministeriums geht für das neue Jahr von einer Nullinflation für unser Land aus. Das Wirtschaftsberater der belgischen Regierung passten aufgrund von sinkenden Rohölpreisen und den dadurch entstehenden niedrigeren Kosten für Energie ihre Voraussagen an und korrigierten damit vorherige Ansichten nach unten.
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Noch vor wenigen Wochen war das Planbüro im Bundeswirtschaftsministerium von einer Inflation von 0,3 % für dieses Jahr ausgegangen. Jetzt gehen die Wirtschaftsberater aber davon aus, dass die Teuerungsrate im laufenden Jahr gegen Null tendieren wird. Die Folge davon könnte sein, dass der so genannte Schwellenindex dieses Jahr nicht überschritten werden wird.

Nach vorangegangenen Berechnungen des Planbüros sollte dieser Schwellenindex im kommenden Sommer ansteigen. Dadurch wären die Löhne und Gehälter der Beamten des öffentlichen Dienstes und auch die Sozialleistungen, die der Staat finanziert, automatisch um 2 % angestiegen. Theoretisch folgt etwa zwei Monate nach einem solchen Schritt auch eine Anpassung der Einkommen in der Privatwirtschaft.

Die belgische Bundesregierung wird ihren geplanten Indexsprung wegen dieser Nullinflation wohl kaum durchführen können. Frühestens 2016, eher aber 2017 soll die Inflation wieder anziehen und die Lebenshaltungskosten entsprechend steigen, wie aus dem Planbüro des Wirtschaftsministeriums verlautete.

Umstrittenes System

Die Bindung der Einkommen an den Index ist der Europäischen Union und den Arbeitgebern in Belgien schon lange ein Dorn im Auge und die Gewerkschaften halten daran fest. Die neue Mitte-Rechts-Regierung in Belgien scheut sich bisher noch, dieses System abzuschaffen, doch die Ankündigung, einen Indexsprung durchzuführen, könnte als erstes Zeichen einer Veränderung gewertet werden.

Für die Gewerkschaften stellt der Index eine Beibehaltung der Kaufkraft der Arbeitnehmer dar. In den Augen der Arbeitnehmer trägt sie zu zu hohen Löhnen und Gehältern bei, was der Konkurrenzfähigkeit Belgiens im Vergleich zu den Nachbarländern Nachteile bringt.

Der Index setzt sich aus der Zusammenstellung eines bestimmten Warenkorbs, bzw. aus bestimmten Dienstleistungen zusammen. Dabei wird Rechnung mit der Preisentwicklung von Produkten oder Leistungen getragen. Die Kombination der Entwicklungen beim Warenindex und beim Gesundheitsindex ergeben dann den Schwellenindex.