"Sie haben unsere Götter mit Kugeln umgebracht"

Dutzende belgische Cartoonisten und Journalisten haben sich am Donnerstagnachmittag in der Brüsseler Comic-Galerie „The Cartoonist“ getroffen, um gemeinsam um ihre Kollegen und Vorbilder der satirischen Zeitschrift Charlie Hebdo aus Paris zu trauern. Viele von ihnen verloren durch den Terroranschlag auf die Redaktion ihre großen Vorbilder.

Unter den Zeichnern, die sich am Nachmittag in der Galerie „The Cartoonist“ in Brüssel versammelten, waren z.B. Johan De Moor, Gal, Marec, Cécile Bertrant, Vadot, Kanar, Kroll und Zaza - allesamt Cartoonisten aus der belgischen Zeitungs- und Magazinwelt. Sie alle wollten ihre ermordeten Kollegen ehren. Dabei waren auch zahlreiche namhafte belgische Journalisten und viele Sympathisanten der Szene.

Auch hier kam es zu einer Schweigeminute, bei der viele der Anwesenden die mittlerweile weltweit zum Symbol gewordenen Schilder mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ oder Ausgaben von Charlie Hebdo zeigten.

Marec, der Cartoonist der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad, sagte im Namen seiner Kollegen aus den Redaktionen im belgischen Bundesland Flandern, dass der gestrige Mittwoch ein tragischer Tag für sie alle war: „Sie wollen uns seit 2006 verbieten, Cartoons über den Gott der Moslems zu machen - mit Bleistift und Papier. Jetzt haben sie unsere Götter umgebracht - mit Kugeln. Das hat uns sehr hart getroffen.“

Nach Ansicht von Marec ist Charlie Hebdo für die Cartoonisten und die Comiczeichner auch in unserem Land, denn das Blatt „bietet seinen Zeichnern die völlige Freiheit. Ein mit Charlie Hebdo vergleichbares Blatt gibt es in Belgien nicht.“ Marek bezeichnete die am Mittwoch erschossenen Cartoonisten Wolinski und Cabu als seine „persönlichen Helden“. Karel Anthierens, Gründer und Vorsitzender des Interessenverbandes Press Cartoon Belgium, konnte nur wenige Worte an die Anwesenden richten. Ihn hatte der Anschlag von Paris zu sehr mitgenommen.