Weniger Riesenstaus, mehr strukturelle Probleme

Die Zahl der großen Verkehrsstaus auf dem belgischen Straßen- und Autobahnnetz ist im vergangenen Jahr gegenüber 2013 zurückgegangen. Die Zahl der so genannten „strukturellen Staus“, also Staus, die nicht auf schlechtes Wetter oder auf Verkehrsunfälle zurückzuführen waren, nahm hingegen zu, wie der belgische Automobilclub Touring herausgefunden hat.

Der belgische Autofahrerverband Touring hat die Staus des vergangenen in Belgien auf Basis des Staubarometers „Touring Mobilis“ analysiert und mit den Statistiken des Jahres 2013 verglichen. Ein Unterschied ist dabei allerdings zu bemerken: Im Vergleich zu 2013 gab es im vergangenen Jahr keine Verkehrsprobleme durch Schnee und Eis.

Bei Touring heißt es dazu: „Die Staulänge kam denn auch kein einziges Mal über eine Gesamtlänge von 400 km hinaus, während dies im Jahr davor 11 Mal der Fall war.“ Größeren Einfluss auf die Staustatistik hatten allerdings die Streiks und Proteste gegen die Sparmaßnahmen der belgischen Bundesregierung Ende des Jahres.

Der Staubarometer von „Touring Mobilis“ registrierte im vergangenen Jahr während 18 Stunden Staus mit einer Länge von über 300 km. 2010 stand der Barometer in diesem Bereich auf Jahresbasis bei 49 Stunden und 2013 noch bei 36 Stunden. Das war allerdings in beiden Jahren auch auf anhaltende winterliche Probleme zurückzuführen, wie Touring berichtet.

Mehr kurze Staus

Im Gegensatz dazu nahm die Zahl der kürzeren Staus im vergangenen Jahr wieder zu. 2014 registrierte „Touring Mobilis“ Staus von einer Länge zwischen 100 und 150 km während 1.010 Stunden - etwa 42 Tage. Im Vorjahr belief sich diese Zahl auf 937,1 Stunde.

„Wir sehen demnach eine Zunahme der strukturellen Staus“, sagt Touring zu dieser Entwicklung. Touring fordert jetzt die Verkehrsbehörden in Bund und Ländern dazu auf, die von ihnen identifizierten Problembereiche im Straßennetz rasch zu analysieren, um die Probleme dort zu lösen.