Auch in Belgien demonstrieren Tausende

Nicht nur in Paris gingen Hunderttausende auf die Straße, auch in unserem Land fanden am Sonntagnachmittag verschiedene Kundgebungen gegen Extremismus und Gewalt statt. In Brüssel wurden nach offiziellen Schätzungen 20.000 Demonstranten für Toleranz und Meinungsfreiheit gezählt. In Gent waren es etwa 3.000.

In Brüssel startete der Schweigemarsch am Brüsseler Nordbahnhof und zog dann Richtung Midi, dem Brüsseler Südbahnhof.

Die Kundgebung stand unter dem Motto “Gemeinsam gegen den Hass”. Die Teilnehmer hielten Spruchbanner und Schilder mit der Aufschrift “Ensemble contre la haine”, “Samen tegen Haat”, “Freedom of Speech” oder “Je suis Charlie” hoch. „Wir Bürger verurteilen vehement und unzweideutig alle Formen von Fanatismus und Radikalismus. Wir fordern Meinungs- und Pressefreiheit, den Respekt der menschlichen Würde und verurteilen Hass und Angstpropaganda“, erklärten einige der Organisatoren gegenüber der Presse.

Organisiert wurde der Solidaritätsmarsch von engagierten Bürgern. An der Kundgebung nahm auch der französische Botschafter teil. Im Laufe des Nachmittags wuchs die Zahl der Teilnehmer nach offiziellen Schätzungen auf 20.000 an.

Bei einer ähnlichen Veranstaltung in Gent gingen rund 3.000 Bürger mit, um schweigend gegen den Terroranschlag auf die französische Comic-Zeitschrift Charlie Hebdo zu protestieren. Die Demonstranten versammelten sich am Sint-Pietersplatz.

Unter anderem Bürgemeister Daniël Termont und Bischoff Luc Van Looy forderten in ihren Ansprachen Respekt und Toleranz. „Lieber hätte ich gehabt, dass das hier nicht notwendig gewesen wäre, aber trotzdem ist dies ein schöner Moment“, sagte Bürgermeister Termont. „Wir wollen keine Gesellschaft des ‚Wir‘ gegen ‚Sie‘. In Gent gibt es keine Ausländer, nur Genter.“

Hunderte Belgier reisten im PKW oder im Zug in die französische Hauptstadt, um dort an der Kundgebung teilzunehmen.