Bombenalarm bei "Le Soir" in Brüssel

Am frühen Sonntagnachmittag ging in der Redaktion der frankophonen Brüsseler Tageszeitung Le Soir eine Bombendrohung ein, die Zeitung und die Polizei sehr ernst nahmen. Umgehend wurde das Gebäude geräumt. Die Polizei sperrte eine Zeit lang die Koningsstraat, an der die Le Soir-Redaktion und die Verlagszentrale von Sudpresse liegt, ab und durchsuchte das Gebäude nach Sprengkörpern.

Während der Evakuierung der Redaktion von Le Soir arbeiteten die Journalisten in einem nahegelegenen Hotel an der Montagsausgabe ihres Blattes. Von dort aus verfassten sie ihre Beiträge zu den Massendemonstrationen, die gerade in Paris und vielen anderen Städten in Europa stattfanden.

Der Mann forderte die Zeitung Le Soir am Telefon dazu auf, die Berichterstattung über den Anschlag auf das französische Satireblatt Charlie Hebdo einzustellen, denn damit würde lediglich das rechte Spektrum gestärkt. Andernfalls würde es „knallen“.

Noch am Sonntagabend konnte die Polizei einen Verdächtigen festnehmen und die Redaktion konnte noch am Abend in ihre angestammten Redaktionsräume zurückkehren.

Nach Angaben der Brüsseler Staatsanwaltschaft handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen 53jährigen Mann, der 1999 eine Bombe vor den Sitz der rechtsradikalen flämischen Partei Vlaams Belang (Damals hieß diese Partei noch Vlaams Blok) gelegt hatte.

Bei Le Soir hieß es dazu, dass man vor dem Anschlag auf Charlie Hebdo eine Bombendrohung eher nicht besonders ernst genommen hätte, doch heute, nach diesem tödlichen Attentat auf Journalisten und Zeichner sei die Lage eine völlig andere.