Fyra-Ende: AnsaldoBreda verzichtet auf Klagen

Der italienische Schienenfahrzeug-Hersteller AnsaldoBreda verzichtet auf gerichtliche Schritte gegen den belgischen Staat nach dem Debakel rund um den Hochgeschwindigkeitszug Fyra. Dem Kläger wurde angesichts der Beweislast die Aussichtslosigkeit, ein Verfahren in Belgien zu gewinnen, bewusst, wie aus dem Brüsseler Kassationshof verlautete.

Die frankophone Wirtschaftszeitung L’Echo berichtete am Samstag, dass sich AnsaldoBreda inzwischen sowohl mit der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB, als auch mit den bahneigenen Infrastrukturbetreiber Infrabel gütlich geeinigt habe.

Dabei ging es in erster Linie um die Schadensersatzforderungen der belgischen Bahn gegen den italienischen Schienenfahrzeug-Hersteller. Die NMBS/SNCB erhielt rund 2,5 Mio. € Schadensersatz und mit Infrabel wird die zu zahlende Summe wohl noch ausgehandelt.

Mitte Dezember 2013 hatte AnsaldoBreda gegen die staatliche belgische Sicherheitsbehörde für Schienenverkehr, DVIS/SSIF, Klage eingereicht, weil diese die Zulassung für die Fyra- Hochgeschwindigkeitszüge, die eigentlich zwischen Brüssel und Amsterdam via Amsterdam und Den Haag fahren sollten und schon pannengeschwächt auf dieser Strecke unterwegs waren, verweigerte.

AnsaldoBreda wollte dies zunächst nicht hinnehmen, doch die technischen Begründungen für die verweigerte Zulassung von Seiten der DVIS/SSIF waren derart deutlich und umfassend, dass diese Züge niemals in Belgien zugelassen worden wären. Dies sah AnsaldoBreda letztendlich ein und verzichtete gegenüber dem Kassationshof in Brüssel auf weitere Verfahrensschritte.

Die kurze Geschichte der Fyra-Pannenzüge

Die Fyra-Züge fuhren niemals pannenfrei. Die DVIS/SSIV hatte schon am 8. Januar 2013 für den Verkehr der Fyra-Züge auf dem belgischen Schienennetz ein Verbot ausgesprochen, nach dem ihr mehrere Fotos mit eindeutigen Schäden und Sicherheitsproblemen an den bereits ausgelieferten niederländischen Zügen zugespielt worden waren.

Die belgische Bahn und ihr niederländischer Partner NS hatten den Fyras längst grünes Licht gegeben und diese beim Wechsel auf den Winterfahrplan 2012/2013 Anfang Dezember auf den Weg zwischen Brüssel/Antwerpen und Amsterdam/Den Haag geschickt, obschon die Probleme längst bekannt gewesen sein mussten.

Die Züge fielen schon von Anfang an ständig durch technische Probleme aus und bei entsprechenden Unterhalts- und Reparaturarbeiten kamen stets mehr Fehler in der Produktion der Züge, die in Italien bei AnsaldoBreda gefertigt worden waren, zu Tage.