Tarifpartner: Annäherung in der "10er Gruppe"

Am Montagmorgen trafen sich Vertreter der belgischen Gewerkschaften mit den Unternehmerverbänden in der so genannten „10er Gruppe“, um die Sozialverhandlungen wieder in Gang zu bringen. Die Gewerkschaften wollen zunächst auf weitere Streiks gegen die Sparpläne der Regierung, die den Arbeitgebern entgegenkommen, verzichten. Am Donnerstag trifft die „10er Gruppe“ mit der Regierung zusammen.

Noch bis vor einigen Tagen verlautete von Gewerkschaftsseite, dass man mit weiteren Aktionen reagieren werde, falls die Regierung die angekündigten Sparmaßnahmen nicht gerechter verteilen werde. Doch am Montag mäßigten die Arbeitnehmerverbände ihren Ton und auch die Unternehmer machten Schritte auf ihre Verhandlungspartner zu. Damit könnten ernstzunehmende Sozialverhandlungen in Gang gebracht werden.

Doch davon hängt auch die Reaktion der belgischen Bundesregierung ab, denn die „ er Gruppe“ aus Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden wird sich am Donnerstag mit Regierungsvertretern zu entsprechenden Gesprächen auf höchster Ebene treffen. Es ist nun mal die Regierung, die in Belgien die Richtlinien für den sozialen Dialog mit den Tarifpartnern vorgibt.

Marc Leemans (kl. Foto), der Vorsitzende der christlichen Gewerkschaft ACV gab an, dass die Kontakte an diesem Montag auf eine gute Art und Weise verlaufen seien: „Das ist schon ein sehr wichtiger Schritt für unsere Bewertungen, wie wir wöchentlich vornehmen.“ Dies wird als erstes Zeichen für eine Annäherung im Dialog gewertet. Jan Vercams, der Vorsitzende der liberalen Gewerkschaft ACLVB, gab an, dass eine Tagesordnung bis Ende Januar ausgearbeitet worden sei und dass man mit eventuellen Aktionen warten wolle.

Zurückhaltender blieb jedoch Rudy De Leeuw (kl. Foto) von der sozialistischen ABVV. Er verweist auf eine ABVV-interne Analyse, die gemacht werden müsse: „Es gibt einen Willen, zu einem interprofessionellen Tarifabkommen zu kommen, doch die Frage ist, ob die Regierung dies auch zulassen wird.“