Belgiens Polizisten zu mehr Wachsamkeit aufgerufen

Die belgische Bundespolizei hat eine interne Dienstnote verschickt, in der die Beamten zu mehr Wachsamkeit aufgerufen werden. Konkrete Hinweise auf Bedrohungen gegen belgische Polizisten liegen aber nicht vor. Derweil fordern die Polizeigewerkschaften von der Regierung Sicherheitsmaßnahmen für die Polizisten.

Die dienstliche Mitteilung an die belgischen Bundespolizisten wurde nach den Terroranschlägen von Paris verfasst und verteilt. Details wollte die Polizeiführung nicht bekanntgeben. Nur so viel, dass es sich bei den jetzt ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen nicht nur um die Beamten handele, sondern auch um Gebäude.

Wachsamkeit sei ohnehin eine Eigenschaft von Polizisten. Diese würden darin ausgebildet und trainiert, Ruhe zu bewahren und nach solchen Kriterien auch ausgewählt. Aber, angesichts der Probleme in Paris, wo auch Polizisten gezielt getötet wurden, sei besondere Aufmerksamkeit angesagt, hieß es bei der Bundespolizei.

Doch den Gewerkschaften geht dies nicht weit genug. Sie stellen laut einer Meldung der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad die Frage, ob die Polizisten nicht besser zum eigenen Schutz ihre Dienstwaffen nach Dienstschluss mit nach Hause nehmen sollten. Dies ist eigentlich seit 2005 untersagt, nach dem es zu einer ganzen Reihe privater Konflikte mit Polizeiwaffen gekommen war.

Vincent Houssin von der Polizeigewerkschaft VSOA ist der Ansicht, dass dies wichtig sein könnte: „Unsere Leute sind theoretisch 24 Stunden am Tag im Dienst und auch von den Bürgern wird schließlich verlangt, dass sie Zivilcourage beweisen sollen. Deshalb fordern wir, dass unsere Beamten entsprechend ausgerüstet werden und dass man sie besser schützt.

Uniform?

Die Polizeigewerkschaften fordern zudem, dass die Polizisten auf dem Heimweg oder auf dem Weg zum Dienst ihre Uniformen nicht mehr tragen sollten, denn so würden sie sich unbewaffnet zu einem leicht erkennbaren Ziel machen. Im Laufe des Dienstags treffen sich die Polizeigewerkschaften mit Bundesinnenminister Jan Jambon (N-VA) zu Gesprächen über die Frage der Sicherheit und zum Thema Renten.

Die Gewerkschaften sind der Ansicht, dass sich Jambon und seine Regierung etwas einfallen lassen müssen, um die Polizisten zu beruhigen. Im Polizeikorps herrsche derzeit Unmut und Unruhe über die Art und Weise, wie mit ihnen - nicht zuletzt im Rahmen der Sparmaßnahmen der belgischen Regierung - umgegangen werde.