"Front gegen Hass und Radikalität bilden"

Nach ihrem Treffen am Mittwochnachmittag in Brüssel haben Vertreter der in Belgien anerkannten Glaubensrichtungen und von Laizismus-Verbänden sowie das Kernkabinett der belgischen Bundesregierung eine gemeinsame erklärung verfasst. Darin steht die Einheit oben an: „Wir müssen gemeinsam eine Front gegen Hass und Radikalität bilden!“

Alle Teilnehmer dieses interreligiösen und interpolitischen Treffens bestehen auf den „universellen Werten“. Das Treffen der Religionen, der Freisinnigen und der Politik in der Amtswohnung von Premierminister Charles Michel (MR) Brüssel fand auf den Tag genau eine Woche nach dem Anschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo statt. Für den Regierungschef stellte dieses Treffen „einen wichtigen Augenblick des Dialogs dar“.

„Wir dürfen nicht in die Falle laufen, die die Terroristen für uns aufgestellt haben, denn sie wollen Zwietracht unter die Menschen säen. Gemeinsam wollen wir an den Respekt vor der Trennung von Staat und Kirche erinnern, dessen Wichtigkeit im Artikel 19 unseres Grundgesetzes zur Freiheit des Glaubens und der Meinungsäußerung unterstrichen ist“, hieß es in der gemeinsamen Erklärung. Hier wird deutlich, wie wichtig unsere universellen Werte sind, die alleine auf der Basis der Aufklärung basieren.

"Offenes und tolerantes Land"

„Wir verurteilen jede Form von Radikalität, wir nehmen Abstand von jedem Amalgam“, so die Erklärung weiter, in der zu einem respektvollen und toleranten Zusammenleben aufgerufen wird, damit alle Bürger „in aller Ruhe ihre Überzeugung leben und ausdrücken können und dies innerhalb der Grenzen unseres Gesetzes. Belgien ist ein offenes, tolerantes und gastfreundliches Land. Hier ist kein Platz für Terrorismus, Integrismus, Radikalität und für das Predigen von Hass.“

Bei diesem Treffen soll es nach dem Willen aller Beteiligten nicht bleiben und man plant, einen „permanenten Dialog“ in Gang zu bringen, der sich auch mit Themen, wie Sicherheit und Bildung befassen soll.