Belgier gesteht Kontakte zu Amédy Coulibaly

Ein Mann aus Charleroi hat angegeben, den Geiselnehmer eines jüdischen Supermarktes in Paris, Amédy Coulibaly, gekannt zu haben. Dieser habe bei ihm ein Auto kaufen wollen und ihn dabei betrogen. Der Mann stellte sich der Polizei und wurde verhaftet. Inzwischen wurde auch bekannt, dass die Terroristen von Paris einen Teil ihrer Waffen in Belgien kaufen konnten.

Der Mann aus Charleroi in der Provinz Hennegau hatte sich der Polizei selbst gestellt und gab an, den vergangenen Monaten Kontakt zu Amédy Coulibaly, dem Geiselnehmer im jüdischen Supermarkt von Paris (Foto), gehabt zu haben. Er gab an, Coulibaly habe bei ihm ein Auto kaufen wollen und er habe ihn dabei hereingelegt.

Bei einer anschließenden Hausdurchsuchung stellte die Polizei Dokumente, z.B. Emails sicher, in denen über Waffengeschäfte verhandelt wurde, u.a. über den Ankauf einer tschechischen Tokarev-Handfeuerwaffe. Der Mann sei vorläufig festgenommen worden.

Offenbar stellte sich der Mann der Polizei aus Angst, weil er feststellen musste, dass Coulibaly Kontakte zur radikal-islamistischen IS führte. Die Staatsanwaltschaft von Charleroi hat entsprechende Medienberichte bisher weder bestätigt, noch verneint.

Waffen in Brüssel gekauft?

Inzwischen wurden Details aus den Strafakten der drei Terroristen von Paris bekannt. Amédy Coulibali ist 2010 schon einmal in Frankreich verhaftet worden. Aus den Aktenstücken von damals wurde deutlich, dass dieser Waffen besaß, die offenbar in der belgischen Hauptstadt Brüssel erworben wurden. Es ist hinlänglich bekannt, dass man in einigen Vierteln in der Gegend des Bahnhofs Brüssel Süd/Midi und im Stadtteil Anderlecht recht leicht an Schusswaffen herankommt. Belgische Journalisten haben dies vor einiger Zeit mit versteckter Kamera bereits bewiesen.