Die belgische Armee und ihr Sparprogramm

Der Verteidigungshaushalt in Belgien wird um 225 Mio. € gekürzt, was so ziemlich alle Bereiche der Armee trifft. Größere Kostenfaktoren, die die Flugbereitschaft für die Königliche Familie werden ebenso nach unten korrigiert, wie die Mittel für das Beheizen von Kasernen oder für den Betrieb von Aufzügen.

Wie unser Haus, der öffentlich-rechtliche Rundfunk des belgischen Bundeslandes Flandern, VRT, aus vertraulichen und gut unterrichteten Quellen erfuhr, sollen sogar die Kosten für Munition um rund ein Drittel der bisherigen Ausgaben gesenkt werden. Und das ist erst der Anfang: Die einzusparenden 225 Mio. € betreffen das Haushalsjahr 2015. Danach soll die Schere weiter angesetzt werden.

Die Bereiche, in denen die Armee auf Druck der belgischen Mitte-Rechts-Regierung sparen muss, sind vielfältig: Die Flugbereitschaft für die Königliche Familie oder Politiker soll nicht mehr so oft eingesetzt werden, wie bisher; generell soll die Luftwaffe ihre Flugzeuge seltener abheben lassen; die Marine soll ihre Schiffe ebenfalls öfter in Hafen lassen und veraltetes Material, z.B. Fahrzeuge aller Art, soll nicht mehr unbedingt ersetzt werden.

Das bedeutet, dass die Politiker der belgischen Bundesregierung in Zukunft wohl öfter mal den Zug nehmen sollen oder dass sie normale Linienflüge bei Auslandsreisen buchen.

Die Sparmaßnahmen seien ziemlich kleinlich angelegt, wie VRT-Journalist Jens Franssen aus vertraulichen Quellen erfahren konnte: Dienstwagen sollen bei leichten Schäden schon nicht mehr repariert werden, Aufzüge in den Gebäuden der Armee sollen abgeschaltet werden und in den Kasernen gehen spätestens ab April die Heizungen aus.