Flandern verärgert über das Aus für Botschaften

Die Schließung von belgischen Botschaften, Konsulaten und anderer diplomatischer Niederlassungen im Ausland, die die belgische Regierung aus Kostengründen veranlasst, führt zu Mehrkosten für Flandern. Oft teilen sich der belgische Staat und das Bundesland Flandern Botschaftsgebäude. Will Flandern vor Ort bleiben, muss es selbst tiefer in die Tasche greifen.

Das belgische Außenamt sieht sich auf Druck der von der Bundesregierung auferlegten Sparmaßnahmen dazu gezwungen, 18 diplomatische Niederlassungen in Ausland zu schließen. In Europa betrifft dies z.B. die Botschaften von Tallinn in Estland und die Botschaft von Riga in Lettland. Daneben werden auch die belgischen Generalkonsulate in Köln und in Lille in Frankreich geschlossen. Ende des Jahres wird auch das Konsulat im kanadischen Toronto dicht gemacht.

Für den belgischen Staat bringen die Auflösungen der diplomatischen Niederlassungen ein Einsparpotential von rund 9 Mio. €.

Für das belgische Bundesland Flandern, dass sich mit Nachdruck im Ausland zeigen will, ist dies ein Schlag ins Konzept. Flanderns Landeschef Geert Bourgeois (N-VA - kl. Foto) wurde vor vollendete Tatsachen gestellt und ärgert sich über im Vorfeld ausgebliebene Gespräche.

Für Flandern bedeutet die Schließung z.B. der Konsulate von Köln und Lille, an denen dem belgischen Bundesland viel gelegen ist, einen Kostenanstieg, denn jetzt müsse man eigene Gebäude anmieten.

Berechnungen zufolge stellt alleine der Standort Köln Mehrkosten in Höhe von rund 15.000 € auf Jahresbasis dar, wie Ministerpräsident Bourgeois feststellte. Mittlerweile steht dadurch auch die weitere Finanzierung einiger wirtschaftlicher Vertretungen Flanderns im Ausland zur Debatte, z.B. in Marokko.

Aus für 16 Auslandsvertretungen und zwei Büros

In Europa sollen die Botschaften in Tallinn, Riga, Wilna, Bratislava, Ljubljana und Nikosia sowie die Generalkonsulate in Köln, Lille, Straßburg und Genf geschlossen werden. In Afrika sind die Botschaften in Tripoli und Brazzaville sowie die Generalkonsulate in Casablanca und Johannesburg betroffen. Auf dem amerikanischen Kontinent schließen das Konsulat von Toronto und die Büros für Entwicklungszusammenarbeit in Quito und La Paz. Auch die belgische Botschaft in Kabul wird geschlossen.