Brüsseler Synagoge: Gedenken der Opfer in Paris

In der Synagoge des Brüsseler Stadtteils Ukkel fand am Mittwochabend eine jüdische Gedenkfeier für die Opfer der Anschläge in Paris statt. Bei den Anschlägen kamen auch mehrere Juden ums Leben. Es war eine Huldigung, bei der die Einheit im Vordergrund stand, denn die jüdische Gemeinschaft hatte auch Vertreter der Moslemgemeinschaft eingeladen.

Die Gedenkfeier in der Synagoge am Mittwochabend war gut besucht. Rund 300 Menschen waren vor dem Hintergrund einer belgischen und israelischen Fahne zusammengekommen. Es sei nicht nur eine Ehrung der Opfer, sondern auch ein Zeichen für Zusammengehörigkeit und Toleranz, betonte der Rabbiner Samuel Pinson: "Ich fordere zur Brüderlichkeit zwischen den Religionen und zur Nächstenliebe auf."

Für alle 17 Opfer wurde eine Kerze angezündet, während draußen, vor der Synagoge, schwerbewaffnete Beamte die Synagoge bewachten.

Auch in unserem Land fühle sich die jüdische Gemeinde nicht immer sicher, sagt Aaron Diamant. "Das erste Mal, als ich hier am Sabbat mit einem Hut in die Synagoge kam, wurde ich von einigen Menschen, die extra die Straße überquerten, um mir entgegen zu gehen, scharf angeschaut. Ich fühlte also schon eine Spannung. Einige Male hielten Autos an und die Leute darin sagten 'Allah Akbar' oder 'schmutziger Jude' usw."

Die Gedenkfeier endete mit den drei Landeshymnen: der französischen, der belgischen und der israelischen.