Volvo Gent verliert XC60-Auftrag

Die Genter Fabrik des schwedischen Autobauers Volvo verliert den Produktionsauftrag für seinen XC60. Der beliebte SUV wird in Schweden gebaut. Das hat der Direktor Eric Van Landeghem zum Auftakt der Automesse in Brüssel bestätigt. Volvo Cars Gent wird mit der Herstellung kleinerer Modelle vertröstet.

Doch Unruhe unter den Mitarbeitern gebe es nicht, heißt es bei der Angestelltengewerkschaft BBTK. Es sei ja bestätigt worden, dass die CMA (Compact Modular Architecture)-Plattform nach Gent komme. "Dass wir die CMA bekommen, beweist doch, dass es eine Perspektive gibt. Es hängt natürlich davon ab, welches Model nachfolgt und wie viele Autos man verkaufen kann. Der Markt verlangt kleinere kompakte Modelle, vor allem in Europa, aber auch in Amerika und das ist eine Chance für uns. Was das betrifft, sind kleinere Modelle besser für unsere Fabrik als große", wird Peter De Sutter von BBTK in der Presseagentur Belga zitiert.

Der XC60 war 2014 das am besten verkaufte Modell. Von dem ausschließlich in Gent hergestellen SUV wurden im letzten Jahr 136.993 Autos verkauft. In Gent rollten letztes Jahr 264.200 Autos vom Band: 129.132 XC60, 22.216 S60 sowie 112.852 V40 und V40 Cross Country. CEO Eric Van Landeghem rechnet für 2015 mit einem ähnlichen Volumen bezüglich des Durchschnittsniveaus der vergangenen Jahre.

Die eine Erfolgsgeschichte löste die andere ab, so Van Landeghem. Ab 2016 werde Volvo in die Genter Fabrik investieren, um die Ankunft der neuen Plattform vorzubereiten. Die Investitionen werden "umfangreich" sein, heißt es weiter. Details werden aber nicht genannt.

Investitionen erfolgten letztlich mit dem Geld, das diese Autos einführen, fügt De Sutter von BBTK hinzu.

Welche Modelle auf der Plattform gebaut werden sollen, sagt Volvo übrigens auch nicht. Spekuliert wird über einen XC40, der kleinere Bruder des XC60, der aus Gent verschwindet.

Mit der neuen Fertigungsstraße soll der Beschäftigungsgrad in Gent bis 2025 aufrecht erhalten werden. Derzeit arbeiten 5.300 feste (4.750 Arbeiter und 550 Angestellte) und 350 vorübergehend beschäftigte Arbeitnehmer dort.